Trüffel in Jena – Forschung, natürliche Vorkommen und Trüffelanbau

Jena ist nicht nur Universitäts- und Wissenschaftsstadt. Die kreisfreie Stadt besitzt auch bemerkenswerte Voraussetzungen für die Erforschung heimischer Trüffeln und den zukünftigen Trüffelanbau in Jena.

Von insgesamt 11.477 Hektar Stadtfläche werden rund 3.570 Hektar landwirtschaftlich genutzt, weitere etwa 4.070 Hektar sind Wald. Besonders interessant ist jedoch der geologische Untergrund.

Ausgedehnte Muschelkalkgebiete beiderseits der Saale, mittlerer und unterer Keuper, Travertin sowie Bereiche des Oberen Buntsandsteins bieten sehr unterschiedliche Ausgangsbedingungen. Unsere Untersuchungen zeigen, dass Burgundertrüffeln (Tuber aestivum/uncinatum) in Jena wesentlich verbreiteter sind, als noch vor wenigen Jahren angenommen wurde.

Ob Park, Lindenallee, Universitätsgelände oder Privatgarten: Bei unseren bisherigen Stichproben wurden an jedem gezielt kontrollierten Standort Trüffeln nachgewiesen.

Jena unter der Oberfläche

11.477 ha Stadtfläche
3.570 ha Landwirtschaft
4.070 ha Wald
21 Fundstellen auf <0,4 ha im Botanischen Garten
4 hypogäische Pilzarten bei einer Begehung
>10.000 Trüffelstellen – Hochrechnung der FGH

Warum Jena für die Trüffelforschung so interessant ist

Wer Jena aus geologischer Sicht betrachtet, versteht schnell, warum die Stadt für unsere Trüffelforschung besonders interessant geworden ist.

Rechts und links der Saale befinden sich ausgedehnte Muschelkalkgebiete. Hinzu kommen unterer und mittlerer Keuper sowie Travertin. Unsere Untersuchungen erweiterten dieses bekannte Spektrum um eine wichtige Beobachtung.

Burgundertrüffeln konnten auch über Oberem Buntsandstein nachgewiesen werden – sowohl im Roten als auch im Grauen Röt.

Diese Beobachtungen erweitern unsere bisherigen Vorstellungen darüber, welche geologischen Ausgangssituationen natürliche Vorkommen der Burgundertrüffel ermöglichen können.

Rund 90 Prozent der Stadtfläche geologisch interessant?

Aus der Zusammenschau unserer bisherigen Untersuchungen und der geologischen Verhältnisse schätzen wir, dass ein sehr großer Teil der Jenaer Fläche grundsätzlich interessante Voraussetzungen für natürliche Trüffelvorkommen aufweist.

Unsere Arbeitshypothese liegt bei rund 90 Prozent der Fläche.

Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass auf 90 Prozent der Stadtfläche wirtschaftlicher Trüffelanbau möglich wäre. Für eine Trüffelplantage muss immer der konkrete Standort einschließlich Boden, Wasserhaushalt und Nutzung untersucht werden.

Eine neue Erkenntnis – Burgundertrüffeln im Röt


Feldforschung wird besonders spannend, wenn die Natur etwas zeigt, womit zuvor nicht gerechnet wurde.

Eine solche Beobachtung gelang uns in Jena: Burgundertrüffeln kommen auch in Bereichen des Oberen Buntsandsteins vor.

Nachweise gelangen sowohl im Roten als auch im Grauen Röt.

Für unsere Forschungsarbeit ist diese Erkenntnis wichtig, weil sie zeigt, dass die Beurteilung eines Trüffelstandortes nicht auf vereinfachte Aussagen wie „Trüffeln brauchen Muschelkalk“ reduziert werden darf.

Entscheidend ist letztlich das Milieu im durchwurzelten Boden, in dem Trüffelpilz und Ektomykorrhizapartner zusammenleben.



Die geologische Karte ist der Anfang – nicht das Ergebnis

Geologische und topografische Karten sind für uns wichtige Werkzeuge, um potenzielle Fundgebiete auszuwählen.

Danach beginnt jedoch die eigentliche Arbeit der Bürgerforscher: Vegetation, Boden, Baumpartner, Wasserverhältnisse und weitere ökologische Faktoren müssen vor Ort dokumentiert, beurteilt und natürliche Vorkommen durch entsprechend ausgebildete Suchhunde überprüft werden.

Trüffeln mitten in Jena – Park, Allee, Universität und Privatgarten

Wie verbreitet können Trüffeln innerhalb einer Stadt tatsächlich sein?

Unsere stichprobenartigen Kontrollen in Jena lieferten darauf eine bemerkenswerte Antwort.

Wir überprüften drei Parks, zwei Lindenalleen, einen Vorgarten der Universität Jena, einen Privatgarten sowie den Hausgarten einer am Forschungsprojekt beteiligten Wissenschaftlerin.

Das Ergebnis: An allen kontrollierten Standorten wurden Trüffeln gefunden.

Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass unter jedem Baum in Jena Trüffeln wachsen. Die außergewöhnliche Trefferquote zeigt aber, wie wenig die tatsächliche Verbreitung hypogäischer Pilze bislang durch herkömmliche Pilzkartierungen erfasst wird.

Wer nur oberirdisch nach Pilzfruchtkörpern sucht, sieht einen erheblichen Teil der Pilzwelt überhaupt nicht.

Der Botanische Garten Jena – aus einem Zufallsfund wird Forschung

Eine besondere Rolle spielt der Botanische Garten in Jena.

Bei Pflegearbeiten war dort bereits Jahre zuvor zufällig eine Burgundertrüffel entdeckt worden. Für die beteiligten Wissenschaftler war dies zunächst ein bemerkenswerter Einzelfund.

Im Rahmen der Zusammenarbeit erhielten wir die Möglichkeit, einen Teil des Gartens gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und einem erfahrenen Trüffelsuchteam zu begehen.

Dabei ging es nicht um eine möglichst schnelle oder vollständige Suche. Der Aufenthalt wurde durch wissenschaftliche Beobachtungen und zeitaufwendige Bodenproben begleitet.

Trotzdem war das Ergebnis bemerkenswert.

21 Trüffelstellen in weniger als 0,4 Hektar Untersuchungsfläche

Während des etwa einstündigen Aufenthalts wurde nur ein Teilbereich des Botanischen Gartens untersucht, den wir auf weniger als 0,4 Hektar schätzen.

Dennoch konnten vier unterschiedliche hypogäische Pilze an insgesamt 21 Stellen lokalisiert werden:

7 Stellen mit Tuber aestivum – Burgunder-/Sommertrüffel
10 Stellen mit Tuber rufum
3 Stellen mit Tuber excavatum
1 Stelle mit Stephensia bombycina

Besonders bemerkenswert ist dabei nicht nur die Artenvielfalt, sondern die hohe Fundstellendichte auf vergleichsweise kleiner Fläche.

Wie viele Trüffelstellen könnte es in Jena geben?

Die hohe Trefferquote unserer Stichproben und die Fundstellendichte an näher untersuchten Standorten werfen zwangsläufig eine spannende Frage auf:

Wie viele natürliche Trüffelstellen gibt es im gesamten Stadtgebiet?

Auf Grundlage unserer bisherigen Felderfahrungen und Untersuchungen geht die Forschungsgruppe Hypogäen davon aus, dass es in Jena mindestens 10.000 natürliche Trüffelstellen geben könnte.

Dabei handelt es sich ausdrücklich um eine Hochrechnung und nicht um 10.000 einzeln kartierte Fundstellen.

Die Zahl soll vor allem verdeutlichen, welche Dimension natürliche Vorkommen unterirdisch fruktifizierender Pilze erreichen können, wenn geeignete Geologie, Böden und Ektomykorrhizapartner großflächig zusammentreffen.

Warum sehen wir so wenig von den Pilzen, obwohl sie überall vorhanden sind?


Weil sich der größte Teil eines Pilzes unserem Blick entzieht. Das Pilzmyzel lebt als weit verzweigtes Geflecht im Boden, während wir meist nur gelegentlich gebildete Fruchtkörper wahrnehmen. In einem Kubikzentimeter Boden können sich zusammengenommen etwa 400 Meter Pilzhyphen verschiedener Pilzarten befinden. Was wir als Pilz oder Trüffel entdecken, ist deshalb tatsächlich nur ein winziger sichtbarer Ausschnitt einer weitgehend verborgenen Welt.

Trüffelforschung in Jena – eine Chance, die erhalten bleiben sollte


Jena besitzt hervorragende Voraussetzungen, sich als wissenschaftlicher Standort für die Trüffelforschung und den nachhaltigen Trüffelanbau weiter zu profilieren. Natürliche Trüffelvorkommen, unterschiedliche geologische Ausgangsgesteine, landwirtschaftliche Flächen und die vorhandene wissenschaftliche Infrastruktur treffen hier auf langjährige praktische Feldforschung.

Gerade die Zusammenarbeit mit der Friedrich-Schiller-Universität Jena hat gezeigt, welches Potenzial in der Verbindung von Mykologie, Mikrobiologie, Bodenforschung und praktischer Trüffelforschung liegt. Der Botanische Garten ist dafür ein eindrucksvolles Beispiel: Auf einer kleinen untersuchten Fläche konnten innerhalb kurzer Zeit zahlreiche Fundstellen verschiedener hypogäischer Pilzarten nachgewiesen werden.

Trüffel sind ein Forschungsmodell für weit mehr als eine Delikatesse


Bei der Trüffelforschung geht es nicht nur um ein hochwertiges Lebensmittel. Trüffeln ermöglichen Untersuchungen grundlegender Fragen: Wie funktionieren Ektomykorrhizen? Welche Rolle spielen Bodenmikrobiom, Ausgangsgestein, Wasser und Klima? Warum bilden Pilze an manchen Standorten zahlreiche Fruchtkörper und wenige Meter weiter kaum welche? Und wie lassen sich Erkenntnisse aus natürlichen Vorkommen in eine nachhaltige landwirtschaftliche Kultur übertragen?

Damit berührt die Trüffelforschung Themen wie Bodengesundheit, Klimaanpassung, Biodiversität, nachhaltige Landnutzung und neue Einkommensmöglichkeiten für die Landwirtschaft.

Jena sollte vorhandenes Wissen nicht aus der Hand geben


Mit dem bevorstehenden Generationswechsel in der universitären Forschung stellt sich deshalb eine wichtige Zukunftsfrage:

Soll vorhandenes Wissen mit dem Ausscheiden einzelner Wissenschaftler verloren gehen – oder wird daraus ein neues Forschungsfeld für die nächste Generation?

Aus unserer Sicht bietet gerade Jena die Voraussetzungen, die begonnene Zusammenarbeit weiterzuentwickeln. Langjährig dokumentierte Naturstandorte, Versuchs- und Produktionsanlagen, Trüffelbaumschule, ausgebildete Suchteams und praktische Erfahrungen können mit universitärer Grundlagenforschung verbunden werden.

Daraus könnte ein Forschungsgebiet entstehen, das weit über Thüringen hinaus Bedeutung besitzt.

Unser Appell: Trüffelforschung in Jena weiterführen

Wir wünschen uns deshalb, dass Universität, Wissenschaft, Politik und Fördermittelgeber prüfen, wie die vorhandenen Kompetenzen erhalten und weiterentwickelt werden können.

Jena könnte sich zu einem wissenschaftlichen Schwerpunkt für Ektomykorrhiza, Hypogäen und Trüffelkulturen unter mitteleuropäischen Bedingungen entwickeln.

Die Voraussetzungen sind vorhanden. Die natürlichen Forschungsflächen liegen praktisch vor der Haustür. Praxispartner und langfristige Versuchsanlagen stehen zur Verfügung.

Was jetzt gebraucht wird, sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die diese Fragen weiterverfolgen dürfen.

Von natürlichen Trüffeln zum Trüffelanbau in Jena


Die große Zahl natürlicher Vorkommen macht Jena auch für die Frage interessant, wo zukünftig Burgundertrüffeln angebaut werden könnten.

Von den rund 11.477 Hektar Stadtfläche werden etwa 3.570 Hektar landwirtschaftlich genutzt.

Damit besteht zumindest theoretisch ein erhebliches Flächenpotenzial. Doch eine natürliche Trüffelregion ist nicht automatisch auf jedem Acker eine geeignete Anbauregion.

Vor der Anlage einer Trüffelplantage müssen der konkrete Boden, Kalkversorgung, pH-Wert, Bodenstruktur und -mächtigkeit, Wasserhaushalt, Exposition, Vornutzung und Bewässerungsmöglichkeiten beurteilt werden.

Natürliche Fundstellen als Lehrmeister

Besonders wertvoll ist in Jena die Möglichkeit, Naturstandorte mit potenziellen Kulturflächen zu vergleichen.

Wo produziert die Natur besonders viele Trüffeln? Welche Baumpartner stehen dort? Wie unterscheiden sich produktive und weniger produktive Stellen?

Solche Fragen können Erkenntnisse liefern, die anschließend in die Weiterentwicklung des Trüffelanbaus einfließen.

Trüffelforschung in Jena – wenn Praxis und Wissenschaft zusammentreffen

Jena bietet durch seine Wissenschaftslandschaft besondere Möglichkeiten, praktische Trüffelforschung mit universitärer Forschung zu verbinden.

Die Erfahrung spezialisierter Trüffelsuchteams ermöglicht es, Fruchtkörper gezielt im Boden zu lokalisieren. Wissenschaftliche Untersuchungen können anschließend Boden, Wurzeln, Mikroorganismen und weitere Standortfaktoren genauer betrachten.

Beide Herangehensweisen ergänzen sich.

Die Beobachtung im Gelände liefert neue Fragestellungen – wissenschaftliche Untersuchungen können helfen, die dahinterliegenden Zusammenhänge besser zu verstehen.

Eine Wissenschaftsstadt sollte dort weiterforschen, wo die Natur vor ihrer Haustür noch mehr Fragen stellt, als wir bislang beantworten können.


Vom Trüffelbäumchen bis zur Ernte – Trüffelanbau aus einer Hand

Trüffelbäumchen für Jena und das Saaletal

Job Title

Wer eine eigene Trüffelkultur anlegen möchte, sollte nicht zuerst Bäume bestellen, sondern zunächst den Standort prüfen.

Denn nicht die Größe eines Jungbaumes entscheidet über seine Eignung für den Trüffelanbau. Wesentlich ist die etablierte Ektomykorrhiza zwischen dem gewünschten Trüffelpilz und den Feinwurzeln eines geeigneten Baumpartners.

Erst wenn die Standortbedingungen bekannt sind, sollte die passende Trüffel-Baum-Kombination ausgewählt werden.


Trüffelbäumchen aussuchen

Trüffelanbau nach dem Thüringer Modell®

Beim Thüringer Modell® steht nicht der Baum als späterer Holzlieferant im Mittelpunkt, sondern die Etablierung einer produktiven Trüffelkultur mit einem geeigneten Baumpartner.

Standort, Pflanzmaterial, Mykorrhiza, Pflanzabstände, Wasserversorgung, Boden- und Vegetationsmanagement, Kontrollen, Hundetraining und spätere Ernte werden als zusammenhängendes Kultursystem betrachtet.

Die umfangreichen natürlichen Trüffelvorkommen im Raum Jena sind dabei ein wertvolles Freilandlabor: Die Natur zeigt uns immer wieder Zusammenhänge, die anschließend für Kulturversuche hinterfragt werden können.
Anbauziel definieren

Frische Burgundertrüffeln in Jena kaufen

Wer nicht mehrere Jahre auf die erste Ernte einer eigenen Trüffelkultur warten möchte, kann während der Saison frische, reife Burgundertrüffeln aus Thüringer Anbau beziehen.

Gerade für die Gastronomie einer Universitäts-, Wissenschafts- und Tourismusstadt wie Jena bietet sich die Möglichkeit, ein hochwertiges regionales Produkt stärker in die Küche einzubinden.

Burgundertrüffeln eignen sich beispielsweise für Pasta, Kartoffeln, Eiergerichte, Risotto und andere Speisen, bei denen ihr Aroma nicht durch zu viele konkurrierende Zutaten überdeckt wird.

Auch Privatkunden können mit kleinen Mengen frischer Trüffeln besondere Gerichte zubereiten.
Frische Burgundertrüffeln aus Thüringen kaufen

Häufige Fragen zu Trüffeln und Trüffelanbau in Jena

  • Wachsen in Jena Burgundertrüffeln?

    Ja. Bei unseren Untersuchungen wurden Burgundertrüffeln an unterschiedlichen Standorten im Stadtgebiet nachgewiesen – unter anderem in Parks, Alleen, Gärten und auf universitären Flächen.

  • Warum gibt es in Jena so viele natürliche Trüffelstandorte?

    Jena besitzt unterschiedliche geologische und ökologische Bedingungen, unter denen Trüffeln vorkommen können. Dazu gehören insbesondere Muschelkalkgebiete, aber nach unseren Untersuchungen auch Keuper, Travertin und Bereiche des Oberen Buntsandsteins

  • Gibt es Trüffeln im Botanischen Garten Jena?

    Ja. Nach einem früheren Zufallsfund wurden bei einer gemeinsamen Begehung in einem Teilbereich des Botanischen Gartens mehrere hypogäische Pilzarten an insgesamt 21 Stellen lokalisiert.

  • Welche Trüffelarten wurden im Botanischen Garten gefunden?

    Bei der beschriebenen Begehung wurden Tuber aestivum, Tuber rufum, Tuber excavatum und Stephensia bombycina nachgewiesen.

  • Gibt es wirklich mindestens 10.000 Trüffelstellen in Jena?

    Die Zahl ist eine Hochrechnung der Forschungsgruppe Hypogäen auf Grundlage bisheriger Untersuchungen und Erfahrungen. Sie bedeutet nicht, dass bereits 10.000 einzelne Fundstellen kartiert wurden.

  • Sind Trüffeln wirklich so selten, wie oft behauptet wird?

    Nicht unbedingt. Selten ist häufig nicht der Pilz, sondern sein Nachweis. Trüffeln und andere Hypogäen bilden ihre Fruchtkörper unter der Erde und bleiben deshalb ohne gezielte Suche meist unentdeckt. Unsere Untersuchungen zeigen, dass geeignete Lebensräume wesentlich dichter mit unterschiedlichen unterirdisch fruktifizierenden Pilzen besiedelt sein können, als allgemein angenommen wird.

  • Gibt es Trüffeln nur auf kalkreichen Böden?

    Nein. Je nach Bodenmilieu kommen unterschiedliche Trüffelarten und andere Hypogäen vor. Selbst die Burgundertrüffel konnten wir bei einer bundesweiten Untersuchung an 165 Standorten über einen überraschend großen pH-Bereich von 5,6 bis 7,9 nachweisen. Für den gezielten Trüffelanbau sind die Anforderungen enger: Nach unseren Erfahrungen sind ein pH-Wert von etwa 7,0 oder höher und ausreichend freier Kalk im Boden vorteilhaft.

  • Können Burgundertrüffeln auch auf Buntsandstein vorkommen?

    Unsere Untersuchungen in Jena ergaben entsprechende Nachweise in Bereichen des Oberen Buntsandsteins, sowohl im Roten als auch im Grauen Röt. Die konkreten Bodenverhältnisse müssen dabei immer mitbetrachtet werden.

  • Eignet sich Jena für den Trüffelanbau?

    Teile des Stadtgebietes erscheinen aufgrund von Geologie, natürlichen Vorkommen und landwirtschaftlichen Flächen interessant. Ob ein konkretes Grundstück geeignet ist, kann jedoch nur nach einer Standortprüfung beurteilt werden.

  • Kann ich Burgundertrüffeln im eigenen Garten in Jena anbauen?

    Grundsätzlich kann auch ein Garten für eine kleinere Trüffelkultur infrage kommen. Voraussetzung sind geeignete Boden- und Standortbedingungen sowie passende mykorrhizierte Baumpartner.

  • Wo kann ich Trüffelbäumchen für eine Plantage in Jena kaufen?

    Trüffelbäumchen sollten passend zum untersuchten Standort ausgewählt werden. Wichtig sind nicht nur Baumart und Größe, sondern insbesondere die geeignete Ektomykorrhiza und die Abstimmung auf das geplante Kulturverfahren.

  • Kann man in Jena frische Thüringer Burgundertrüffeln kaufen?

    Während der Saison können frische Burgundertrüffeln aus Thüringer Anbau bezogen werden. Sie eignen sich für Privatkunden ebenso wie für Restaurants und andere gastronomische Betriebe.

  • Wachsen Trüffeln nur an besonderen oder geheimen Fundstellen?

    Nein. Parks, Alleen, Friedhöfe, Wälder und selbst Vorgärten können Lebensräume von Trüffeln und anderen Hypogäen sein. Entscheidend sind unter anderem geeignete Pilzpartner, Bodenmilieu und weitere ökologische Standortbedingungen. Jeder zur Ektomykorrhiza befähigte Baum oder Strauch lebt gleichzeitig mit einer Vielzahl verschiedener Pilzarten zusammen.

Sie haben noch weitere Fragen?

Nehmen Sie einfach unverbindlich zu uns Kontakt auf.

Kontaktaufnahme