WIR FORSCHEN, BERATEN UND BAUEN AN


Trüffel im Kreis Nordhausen:

Bleicherode und südlicher Harz

Trüffelanbau im Landkreis Nordhausen – gute Böden, natürliche Trüffeln und neue Chancen


Der Landkreis Nordhausen im Norden Thüringens bietet interessante Voraussetzungen für den Anbau der Burgundertrüffel (Tuber aestivum/uncinatum). Kalkgeprägte Landschaften rund um Bleicherode und in Richtung Hainleite sowie die besonderen geologischen Verhältnisse am südlichen Harzrand schaffen unterschiedliche Lebensräume für kalkliebende Pilze.

Dass Trüffeln hier tatsächlich vorkommen, zeigen unsere eigenen Untersuchungen. Bei mehreren Weiterbildungsveranstaltungen konnten erfahrene Trüffelsuchteams zahlreiche natürliche Fundstellen nachweisen.

Inzwischen bleibt es nicht mehr bei der Suche nach wild wachsenden Trüffeln: Erste Interessenten haben sich für den professionellen Trüffelanbau entschieden und eigene Kulturen angelegt.

Trüffeln wachsen im Landkreis Nordhausen längst von Natur aus

Bevor über den Anbau einer Kultur nachgedacht wird, lohnt sich der Blick darauf, was die Natur bereits vormacht.

Bei Weiterbildungsveranstaltungen und Erkundungen der Forschungsgruppe Hypogäen konnten im Landkreis Nordhausen zahlreiche Trüffelstellen nachgewiesen werden.

Besonders interessant erwiesen sich die Muschelkalkgebiete rund um Bleicherode und in Richtung Hainleite. Aber auch am südlichen Harzrand wurden in vom Zechstein geprägten Bereichen unterirdisch fruktifizierende Pilze gefunden.

Diese unterschiedlichen Naturräume sind für unsere Forschungsarbeit besonders wertvoll. Sie ermöglichen Vergleiche zwischen Geologie, Boden, Vegetation, Baumpartnern und den dort vorkommenden Trüffelarten.

Natürliche Vorkommen sind gleichzeitig ein wichtiger Hinweis auf das regionale Potenzial für den Trüffelanbau – allerdings noch keine Garantie dafür, dass jeder Acker oder Garten geeignet ist.

Vom Vortrag zur eigenen Trüffelplantage


Wie entsteht aus einer zunächst ungewöhnlichen Idee eine neue landwirtschaftliche Kultur?

Ein wichtiger Schritt ist Wissen.

Bei der Jahreshauptversammlung des regionalen Bauernverbandes stellten wir den Trüffelanbau in Thüringen mit besonderem Blick auf die Verhältnisse im Landkreis Nordhausen vor. Auch bei einer Veranstaltung der Industrie- und Handelskammer im nördlichen Thüringen wurde über Möglichkeiten des Trüffelanbaus informiert.

Aus Zuhörern wurden Interessenten – und aus einigen Interessenten inzwischen Trüffelanbauer.

Erste Flächen wurden bepflanzt und damit Kulturen angelegt, deren Entwicklung in den kommenden Jahren besonders interessant sein wird.


Trüffelanbau ist nicht nur etwas für Landwirte

Bemerkenswert ist, wie unterschiedlich die Menschen sind, die sich für eine eigene Trüffelkultur entscheiden.

Neben landwirtschaftlichen Betrieben interessieren sich Unternehmer, Führungskräfte, Ärzte, Apotheker, Handwerker und Privatpersonen für das Thema.

Die Zielsetzungen unterscheiden sich entsprechend: Während ein landwirtschaftlicher Betrieb eine wirtschaftliche Plantage auf größerer Fläche anlegen kann, entscheiden sich andere für kleinere Trüffelgärten mit beispielsweise 100 bis 200 Trüffelkulturen.

Der Einstieg in den Trüffelanbau ist damit nicht zwangsläufig an einen landwirtschaftlichen Betrieb gebunden.

Trüffeln im eigenen Garten – Leser werden zu Entdeckern

Manchmal beginnt Trüffelforschung mit einem Zeitungsartikel.

Aufrufe, Interviews und Berichte in regionalen Medien haben wiederholt dazu geführt, dass aufmerksame Leser ungewöhnliche unterirdische Pilze in ihren eigenen Gärten entdeckten und uns ihre Beobachtungen meldeten.

Solche Hinweise sind für die Erforschung der tatsächlichen Verbreitung heimischer Trüffeln wertvoll.

Denn Trüffeln wachsen keineswegs ausschließlich in Wäldern. Wenn Bodenbedingungen und geeignete Ektomykorrhizapartner zusammentreffen, können Gärten, Parks, Alleen und andere Grünanlagen ebenfalls interessante Lebensräume sein.

Trüffel gefunden?

Wer beim Graben oder bei Gartenarbeiten einen ungewöhnlichen unterirdischen Pilz findet, sollte zunächst den Fundort und die unmittelbar benachbarten Bäume dokumentieren.

Auch ein scheinbar zufälliger Gartenfund kann einen weiteren Baustein zur Erforschung der Trüffelverbreitung liefern.

Goldene Aue – könnte hier eine neue landwirtschaftliche Kultur entstehen?

Die Goldene Aue ist traditionell landwirtschaftlich geprägt. Doch Landwirtschaft muss sich weiterentwickeln – insbesondere dort, wo neue Produkte zusätzliche Wertschöpfung ermöglichen.

Trüffelanbau kann eine solche Möglichkeit sein.

Dabei muss nicht zwangsläufig eine bestehende landwirtschaftliche Produktion vollständig ersetzt werden. Interessanter ist die Frage, welche Flächen sich aufgrund ihrer Boden- und Standortbedingungen für eine zusätzliche hochwertige Dauerkultur eignen könnten.

Vor einer Pflanzung muss deshalb immer die konkrete Fläche untersucht werden.

Kartoffel trifft Burgundertrüffel


Kartoffeln und Trüffeln lassen sich kulinarisch hervorragend miteinander verbinden. Dabei muss es keineswegs immer die gehobene Gastronomie sein. 

Kartoffelchips mit Burgundertrüffel

Hochwertige Kartoffelchips lassen sich mit dem Aroma reifer Burgundertrüffeln zu einem regionalen Premiumprodukt weiterentwickeln.

Gerade für Kartoffelerzeuger könnte deshalb interessant sein, nicht nur über die Produktion der klassischen Feldfrucht nachzudenken, sondern auch darüber, wie mit einer eigenen Trüffelkultur zusätzliche Wertschöpfung auf dem Betrieb entstehen kann.

Kartoffelbrei mit frischen Trüffeln

Noch einfacher lässt sich die Verbindung in der Küche demonstrieren: Ein guter Kartoffelbrei aus aromatischen Kartoffeln erhält durch frisch gehobelte reife Burgundertrüffeln einen völlig anderen Charakter.



Aus zwei vergleichsweise einfachen landwirtschaftlichen Produkten kann so ein hochwertiges regionales Gericht entstehen.

Eine alte Geschäftsidee neu gedacht – Trüffel und Fleischerhandwerk


Auch für das traditionelle Fleischerhandwerk bieten Trüffeln interessante Möglichkeiten.

Historische Beispiele zeigen, dass die Verbindung keineswegs neu ist. Trüffeln wurden früher auch in Thüringen zur Herstellung hochwertiger Fleisch- und Wurstwaren verwendet.

Warum sollte eine solche Idee nicht mit heutigen regionalen Produkten neu interpretiert werden?

Eine Fleischerei im Landkreis Nordhausen, die frische regional erzeugte Burgundertrüffeln beispielsweise für eine hochwertige Trüffelleberwurst nutzt, könnte damit ein Produkt schaffen, das sich deutlich vom üblichen Sortiment unterscheidet

Vom Trüffelanbau zur regionalen Wertschöpfung


Genau hier liegt eine der größeren Chancen des Trüffelanbaus: Nicht nur die frische Trüffel besitzt einen Wert.



Landwirtschaft, Gastronomie, Hotellerie, Fleischerhandwerk, Kartoffelerzeuger, Direktvermarkter und Tourismus können daraus gemeinsam regionale Produkte und Geschichten entwickel



Erst den Standort prüfen – dann Trüffelbäumchen kaufen


Wer sich für Trüffelanbau interessiert, sollte nicht mit einer Bestellung von Bäumen beginnen.

Der erste Schritt ist die Prüfung des Standortes.

Geologie, Bodenstruktur, Kalkversorgung, pH-Wert, Bodenmächtigkeit, Wasserhaushalt, Exposition, vorhandene Vegetation und Möglichkeiten zur Bewässerung müssen gemeinsam betrachtet werden.

Erst danach lässt sich sinnvoll entscheiden, welche Trüffel-Baum-Kombination und welches Pflanzsystem zum Grundstück passen.

Das gilt für einen Hektar Acker ebenso wie für einen privaten Trüffelgarten.

Our team

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Trüffelbäumchen für Plantage und Trüffelgarten

Ein Trüffelbäumchen ist nicht einfach ein kleiner Baum, dem etwas Pilz zugesetzt wurde.

Entscheidend ist die etablierte Lebensgemeinschaft zwischen dem gewünschten Trüffelpilz und seinem Ektomykorrhizapartner.

Deshalb sagt die oberirdische Größe eines Jungbaumes wenig darüber aus, wie gut er für die Anlage einer Trüffelkultur geeignet ist.

Je nach Standort können unterschiedliche geeignete Baumpartner eingesetzt werden. Welche Kombination sinnvoll ist, sollte nach der Standortbewertung festgelegt werden.
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Trüffelanbau nach dem Thüringer Modell®

Beim Thüringer Modell® steht nicht die möglichst schnelle Entwicklung großer Bäume im Mittelpunkt.

Ziel ist die Etablierung einer produktiven Trüffelkultur mit geeigneten Baumpartnern.

Pflanzmaterial, Pflanzabstände, Bodenmanagement, Wasserversorgung, Vegetationssteuerung, Kontrolle der Mykorrhiza, Hundetraining und spätere Ernte werden deshalb als Bestandteile eines zusammenhängenden Kultursystems betrachtet.

Das ist wichtig, weil Ratschläge aus klassischer Landwirtschaft, Gartenbau oder Forstwirtschaft nicht automatisch auf die Kultur eines hypogäischen Ektomykorrhizapilzes übertragen werden können.
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Frische Burgundertrüffeln aus Thüringen

Job Title

Bis die eigene Trüffelplantage produziert, vergehen mehrere Jahre. Wer Trüffeln bereits heute kennenlernen, verarbeiten oder seinen Gästen anbieten möchte, kann während der Saison auf frische Burgundertrüffeln aus Thüringer Produktion zurückgreifen.

Für Restaurants, Hotels, Fleischer, Direktvermarkter und andere Lebensmittelhandwerker bietet sich damit zugleich die Möglichkeit, neue Produkte zunächst am Markt zu testen.

Kartoffelgerichte, Pasta, Eiergerichte oder regionale Fleisch- und Wurstwaren können so zu Botschaftern einer neuen Thüringer Trüffelkultur werden.

Bildvorschlag: Frische Thüringer Burgundertrüffeln in einem kleinen Erntekorb.
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Häufige Fragen zum Trüffelanbau im Landkreis Nordhausen

  • Gibt es im Landkreis Nordhausen wild wachsende Trüffeln?

    Ja. Bei eigenen Erkundungen und Weiterbildungsveranstaltungen wurden zahlreiche natürliche Trüffelstellen nachgewiesen. Interessante Gebiete befinden sich unter anderem im Muschelkalk rund um Bleicherode und in Richtung Hainleite sowie am südlichen Harzrand.

  • Eignet sich der Landkreis Nordhausen für Trüffelanbau?

    Teile des Landkreises besitzen interessante geologische und ökologische Voraussetzungen. Ob ein bestimmter Acker oder Garten geeignet ist, kann daraus jedoch nicht automatisch abgeleitet werden. Vor einer Pflanzung sollte der konkrete Standort beurteilt werden.

  • Gibt es im Landkreis bereits Trüffelplantagen?

    Ja. Nach Informationsveranstaltungen und Beratungen haben sich bereits Interessenten für den Trüffelanbau entschieden und erste Anlagen wurden angelegt.

  • Muss ich Landwirt sein, um Trüffeln anzubauen?

    Nein. Neben landwirtschaftlichen Betrieben interessieren sich auch Unternehmer, Handwerker und Privatpersonen für den Trüffelanbau. Je nach verfügbarer Fläche kann eine größere Plantage oder ein kleinerer Trüffelgarten infrage kommen

  • Kann ich Burgundertrüffeln im eigenen Garten anbauen?

    Grundsätzlich ja, wenn Boden, Baumpartner, Wasserversorgung und weitere Standortbedingungen passen. Auch kleinere Flächen können für einen Trüffelgarten interessant sein.

  • Welche Trüffelbäume eignen sich für Nordthüringen?

    Das hängt vom jeweiligen Standort ab. Entscheidend ist nicht allein die Baumart, sondern die Kombination aus geeignetem Baumpartner, gewünschtem Trüffelpilz und den Bedingungen des Grundstücks.

  • Behindern sich dicht gepflanzte Trüffelbäume gegenseitig?

    Konkurrenz zwischen Bäumen existiert selbstverständlich. Sie ist aber nicht automatisch negativ. Entscheidend ist, wie Wurzelraum, Kronenentwicklung, Licht, Wasser und die Entwicklung des Trüffelmyzels gesteuert werden. Deshalb kann eine für Forstleute ungewöhnliche Pflanzdichte Bestandteil eines gezielten Trüffelanbauverfahrens sein

  • Sind größere Trüffelbäume automatisch besser?

    Nein. Ein größerer Baum ist nicht automatisch das bessere Pflanzmaterial. Für den Trüffelanbau ist entscheidend, was sich im Wurzelbereich befindet: gewünschte Mykorrhiza, Feinwurzelentwicklung und möglichst geringe unerwünschte Konkurrenz durch andere Ektomykorrhizapilze.

  • Sollte der Boden vor dem Pflanzen kräftig gedüngt werden?

    Nicht pauschal. Eine Trüffelkultur darf nicht wie eine klassische Ackerkultur behandelt werden. Ungezielte Nährstoffgaben können Boden, Pflanzenwachstum und Pilz-Baum-Beziehung beeinflussen. Maßnahmen sollten deshalb aus der Standortanalyse und den Bedürfnissen der Trüffelkultur abgeleitet werden

  • Wem sollte ich glauben, wenn ich widersprüchliche Ratschläge bekomme

    Nicht der Berufsbezeichnung, sondern der fachlichen Begründung. Fragen Sie, auf welchen eigenen Erfahrungen mit produzierenden Trüffelkulturen eine Empfehlung beruht und ob zwischen gesichertem Wissen, praktischer Erfahrung und Vermutung unterschieden wird. Gerade bei einer Kultur, deren Entwicklung viele Jahre dauert, können ungeprüfte Ratschläge teuer werden.

Sie haben noch Fragen bevor Sie mit dem Trüffelanbau starten wollen?

Fragen Sie einfach per Mail bei uns an.

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