Trüffeln und Trüffelanbau in Baden-Württemberg

This is the text area for this paragraph. To change it, simply click and start typing.

Learn more

Baden-Württemberg – ein Land mit außergewöhnlichem Trüffelpotenzial


Baden-Württemberg bietet für Trüffeln außergewöhnlich günstige Voraussetzungen. Das Bundesland grenzt an Frankreich und die Schweiz sowie an Rheinland-Pfalz, Hessen und Bayern. Seine Landschaft reicht von den Kalkgebieten der Schwäbischen Alb über die Gäulandschaften und den Oberrhein bis zu Schwarzwald, Kaiserstuhl und Bodenseeraum.

Besonders bemerkenswert ist der geologische Untergrund: Die geologische Übersicht der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) weist in Baden-Württemberg knapp 9.000 km² beziehungsweise rund 900.000 Hektar mit kalkhaltigem Ausgangsgestein aus – mehr als in jedem anderen Bundesland.

Heute wissen wir zudem, dass sich das potenziell geeignete Gebiet nicht auf die klassischen Kalkformationen beschränkt. Burgundertrüffeln (Tuber aestivum) wurden auch auf Standorten des mittleren und unteren Keupers, des Oberen Buntsandsteins beziehungsweise Röt sowie in zahlreichen Lössgebieten gefunden.

Damit gehört Baden-Württemberg aus unserer Sicht zu den interessantesten Regionen Deutschlands für Trüffelforschung, Trüffelsuche und professionellen Trüffelanbau.

Von der geologischen Karte zum Trüffelfund

Kalkhaltiges Ausgangsgestein ist ein wichtiger Hinweis auf mögliche Trüffelstandorte – aber längst nicht das einzige Kriterium. Bodenentwicklung, pH-Wert, Kalkversorgung, Wasserhaushalt, Vegetation, Exposition und geeignete Mykorrhizabäume entscheiden darüber, ob ein Standort tatsächlich für Burgundertrüffeln geeignet ist.

Als wir mit der systematischen Erkundung begannen, lag der Schwerpunkt zunächst auf den klassischen Kalkgebieten. Die praktische Feldforschung zeigte jedoch zunehmend, dass Burgundertrüffeln ökologisch wesentlich breiter aufgestellt sind als lange angenommen.

Gerade Baden-Württemberg zeigt deshalb eindrucksvoll, warum geologische Karten ein Ausgangspunkt, aber kein Trüffelnachweis sind.

Trüffelforschung in Baden-Württemberg – frühe Spurensuche mit Hund

Bereits um 2010/2011 führten uns Aufklärungs-, Ausbildungs- und Forschungsarbeiten nach Baden-Württemberg und in die benachbarte Nordwestschweiz um Basel. Über Kurse zur Trüffelsuche mit Hund fanden sich schnell engagierte Mitstreiter, die ihr Wissen anschließend in der Praxis einsetzten und weiterentwickelten.

Aus- und Weiterbildungsveranstaltungen der Forschungsgruppe Hypogäen (FGH) folgten schließlich in allen vier Regierungsbezirken. Durch gezielte Suche und Kartierung erweiterte sich das Wissen über die unterirdisch fruktifizierenden Pilze des Landes erheblich.

Inzwischen wurden in Baden-Württemberg weit über 100 verschiedene Hypogäenarten nachgewiesen. Das macht deutlich, welche Artenvielfalt unter unseren Füßen verborgen bleibt, wenn niemand gezielt danach sucht.

Vom Trüffelkurs zur eigenen Trüffelbaumschule

Die frühen Schulungen der Trüffelschule hatten noch einen weiteren Effekt: Teilnehmer begannen, das erworbene Wissen unternehmerisch zu nutzen.

Silke F. nahm ab 2012 an Schulungsveranstaltungen der Forschungsgruppe Hypogäen in Bayern teil und gründete später mit Unterstützung der Trüffelschule eine Trüffelbaumschule in Freiburg im Breisgau. Ähnliche Entwicklungen hatte es zuvor bereits mit Fabian S. in Niedersachsen gegeben.

Auch eine Weiterbildungsveranstaltung im Kaiserstuhl im November 2015 blieb nicht ohne Folgen. Drei Teilnehmer gründeten später ebenfalls eine Trüffelbaumschule.

Damit wurde Baden-Württemberg früh zu einem wichtigen Standort für die Entwicklung des deutschen Trüffelanbaus.

2015: Trüffelnachweis auf einer Plantage bei Müllheim

Ein besonderer Moment unserer Arbeit in Baden-Württemberg war eine Weiterbildungsveranstaltung im November 2015. Ein früherer Kursteilnehmer bewirtschaftete bereits eine Trüffelplantage im Südwesten Baden-Württembergs bei Müllheim.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde die Anlage gemeinsam kontrolliert. Die Untersuchung wurde mit dem Nachweis von Trüffeln an zwei verschiedenen Trüffelbäumen gekrönt.

Das Beispiel zeigt zugleich, wie wichtig fachliche Kontrollen bestehender Anlagen sind. Nicht allein das Alter einer Plantage entscheidet über ihren Erfolg. Boden, Pflanzmaterial, Mykorrhiza, Wasserversorgung, Pflege und die langfristige Entwicklung des Standortes müssen zusammenspielen.

Ertragsorientiert nach dem Thüringer Modell®

Trüffelanbau in Baden-Württemberg

im trüffelanbau macht uns niemand etwas vor

Vier Regierungsbezirke – vier unterschiedliche Trüffelregionen

Baden-Württemberg gliedert sich in 35 Landkreise und neun Stadtkreise, verteilt auf die Regierungsbezirke Stuttgart, Karlsruhe, Freiburg und Tübingen. Geologie, Böden, Klima und Landnutzung unterscheiden sich teilweise erheblich.

Deshalb betrachten wir Baden-Württemberg nicht nur als Ganzes. Auf vier eigenen Regionsseiten werden die Besonderheiten der Regierungsbezirke und ihre Bedeutung für Trüffelvorkommen und Trüffelanbau näher vorgestellt.

TAGLINE

Add your title here

Häufige Fragen zu Trüffeln in Baden-Württemberg

Wenn Sie auf das Pluszeichen (+) klicken, erscheint die Antwort

  • Gibt es in Baden-Württemberg wild wachsende Trüffeln?


    Ja. Baden-Württemberg verfügt über zahlreiche natürliche Trüffelvorkommen. Durch gezielte Forschungs- und Kartierungsarbeit wurden inzwischen weit über 100 Arten unterirdisch fruktifizierender Pilze (Hypogäen) nachgewiesen. Dazu gehört auch die Burgundertrüffel (Tuber aestivum).

  • Wo wachsen in Baden-Württemberg Burgundertrüffeln?

    Geeignete Lebensräume finden sich insbesondere auf kalk- und basenreichen Standorten mit passenden Mykorrhizabäumen. Neben klassischen Kalkgebieten kommen Burgundertrüffeln nach unseren Erfahrungen auch auf Keuper, Röt und in Lössgebieten vor. Entscheidend sind immer die konkreten Standortbedingungen.

  • Ist die Schwäbische Alb eine Trüffelregion?


    Ihre großflächigen Kalkformationen schaffen grundsätzlich sehr interessante Voraussetzungen. Kalkgestein allein garantiert jedoch kein Trüffelvorkommen. Bodenentwicklung, Wasserhaushalt, Vegetation und geeignete Wirtsbäume müssen ebenfalls berücksichtigt werden.

  • Darf man in Baden-Württemberg wild wachsende Trüffeln sammeln?

    Heimische Trüffelarten der Gattung Tuber unterliegen in Deutschland naturschutzrechtlichen Bestimmungen. Ein natürliches Vorkommen bedeutet daher nicht automatisch, dass die Fruchtkörper gesammelt oder mitgenommen werden dürfen. Für Untersuchungen und Entnahmen können entsprechende Genehmigungen erforderlich sein.

  • Welche Trüffelart eignet sich für den Anbau in Baden-Württemberg?


    Für viele geeignete Standorte kommt insbesondere die Burgundertrüffel (Tuber aestivum) infrage. Welche Trüffel- und Baumart tatsächlich gewählt werden sollte, hängt jedoch vom konkreten Standort ab. Eine Boden- und Standortprüfung sollte deshalb der Pflanzung vorausgehen.

  • Kann man Trüffeln auch im Weinberg anbauen?


    Weinbauregionen können aufgrund von Klima, Exposition und teilweise kalkreichen Böden interessante Voraussetzungen bieten. Ob eine ehemalige, bestehende oder angrenzende Weinbaufläche geeignet ist, muss jedoch individuell untersucht werden. Gerade für Winzer können Trüffelkulturen eine interessante zusätzliche Form der Flächennutzung darstellen.

  • Wie groß muss eine Trüffelplantage sein?


    Trüffelanbau ist nicht an eine bestimmte Mindestgröße gebunden. Möglich sind einzelne Trüffelbäume, Trüffelhecken und kleine Trüffelgärten ebenso wie professionell bewirtschaftete Plantagen. Für einen wirtschaftlichen Anbau müssen Investitionsaufwand, Bewirtschaftung und erwartbarer Ertrag gemeinsam betrachtet werden.

  • Braucht eine Trüffelplantage Bewässerung?


    Wer einen planbaren und wirtschaftlichen Ertrag anstrebt, sollte eine bedarfsgerechte Wasserversorgung von Anfang an berücksichtigen. Gerade längere Trockenperioden können die Entwicklung der Bäume, der Mykorrhiza und später der Fruchtkörper erheblich beeinflussen.

  • Warum produzieren viele ältere Trüffelplantagen nur wenige Trüffeln?


    Ein geeigneter Boden und mykorrhizierte Bäume allein reichen nicht aus. Fehler bei Standortwahl, Pflanzmaterial, Bodenbehandlung, Bewässerung oder Pflege können sich erst Jahre später bemerkbar machen. Deshalb sind regelmäßige fachliche Kontrollen bestehender Anlagen sinnvoll.

  • Kann eine bestehende Trüffelplantage begutachtet werden?


    Ja. Gerade bei älteren Anlagen ohne oder mit nur geringen Erträgen ist eine systematische Bestandsaufnahme sinnvoll. Dabei können unter anderem Boden, Baumzustand, Pflege, Bewässerung und Entwicklung der Anlage untersucht und daraus Maßnahmen zur weiteren Bewirtschaftung abgeleitet werden.

Sie haben noch weitere Fragen zum Trüffelanbau, Ausbildung oder qualitätsgeprüften Trüffeln?

Nehmen Sie einfach mit uns unverbindlich Verbindung auf.

Zur Kontaktaufnahme