Trüffelanbau in Mecklenburg-Vorpommern – wo liegen die Trüffelschätze?

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Trüffelanbau in Mecklenburg-Vorpommern – entdecken, forschen, anbauen

Wie viele Waldbesitzer besitzen bereits einen Trüffelwald, ohne es zu wissen?

Mecklenburg-Vorpommern könnte für Trüffelforscher und zukünftige Trüffelanbauer weit interessanter sein, als bislang bekannt ist.

Denn wo Trüffeln unter natürlichen Bedingungen wachsen, bestehen häufig auch interessante Voraussetzungen für ihren gezielten Anbau.

In den Nachbarländern Schleswig-Holstein und Brandenburg hat die Forschungsgruppe Hypogäen bereits Erfahrungen mit natürlichen Trüffelvorkommen gesammelt. Darunter befinden sich Fundstellen der Burgundertrüffel (Tuber aestivum) auf Grundmoränen mit Geschiebelehm beziehungsweise kalkhaltigem Geschiebemergel.

Vergleichbare geologische Verhältnisse finden sich großflächig auch in Mecklenburg-Vorpommern.

Doch die entscheidende Frage ist noch unbeantwortet:

Wo wachsen hier tatsächlich Trüffeln?

Mecklenburg-Vorpommern – viel Fläche und viel Potenzial

Mecklenburg-Vorpommern liegt im Nordosten Deutschlands zwischen Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Brandenburg, Polen und der Ostsee.

Mit rund 23.294 km² Fläche, etwa 1,61 Millionen Einwohnern und nur rund 69 Einwohnern je km² gehört das Land zu den am dünnsten besiedelten Regionen Deutschlands.

Für unsere Fragestellung besonders interessant:

  • rund 4.936 km² Wald
  • etwa 50.700 Waldbesitzer
  • rund 14.404 km² landwirtschaftliche Nutzfläche
  • etwa 4.700 landwirtschaftliche Betriebe
  • Höhenlagen von der Ostseeküste bis etwa 179 Meter über NN in den Helpter Bergen
Damit stehen enorme Flächen zur Verfügung, deren Eignung für natürliche Trüffelvorkommen und teilweise auch für den Trüffelanbau noch weitgehend unerforscht ist.

Die Geologie macht neugierig:   Geschiebemergel – eine Spur zu möglichen Trüffelstandorten

Ein Blick auf die geologische Karte zeigt, warum Mecklenburg-Vorpommern für uns besonders interessant ist.

Große Teile des Landes sind eiszeitlich geprägt. Nach der vorliegenden Kartenauswertung entfallen rund 11.822 km² auf Geschiebemergel. Hinzu kommen kleinere Bereiche mit Wiesenkalk sowie Kreide und Kalkstein.

Damit finden sich in Mecklenburg-Vorpommern Bodenverhältnisse, die Ähnlichkeiten mit Regionen in Schleswig-Holstein und Brandenburg aufweisen, in denen Tuber aestivum bereits nachgewiesen wurde.

Das ist noch kein Beweis für ein Trüffelvorkommen.

Aber es ist ein guter Grund, danach zu suchen.


Kalk, Bäume und Boden – erste Hinweise auf Trüffelstandorte


Burgundertrüffeln benötigen geeignete ökologische Bedingungen. Neben Klima und Wasserhaushalt spielen Bodenstruktur, pH-Wert und Kalkversorgung eine wichtige Rolle.

Hinzu kommen geeignete Mykorrhizapartner. Dazu gehören unter anderem Rotbuche, Eiche, Hasel, Hainbuche und Kiefer.

Treffen geeignete Bodenverhältnisse und passende Wirtsbäume zusammen, wird ein Standort für die Forschung interessant.

Ob dort tatsächlich Trüffeln wachsen, lässt sich daraus jedoch noch nicht ableiten. Dazu muss gesucht werden – und genau dafür sind gut ausgebildete Trüffelhunde besonders wertvoll.

Mecklenburg-Vorpommern braucht Trüffel-Bürgerforscher

Wer hilft uns, die weißen Flecken auf der Trüffelkarte zu füllen?

Nach unserem bisherigen Kenntnisstand wurden die potenziellen Trüffelgebiete Mecklenburg-Vorpommerns noch nicht systematisch durch qualifizierte Bürgerforscher mit ausgebildeten Trüffelhunden untersucht.

Das möchten wir ändern.

Die Forschungsgruppe Hypogäen sucht deshalb Hundeführer, Pilzkundler, Waldbesitzer und naturbegeisterte Entdecker, die bereit sind, sich in Theorie und Praxis ausbilden zu lassen und anschließend in ihrer Region Forschungsarbeit zu leisten.

Dabei geht es um mehr als einen gelegentlichen Trüffelfund.

Geeignete Standorte sollen erkannt, systematisch abgesucht, Funde bestimmt und Vorkommen dokumentiert und kartiert werden.

Aus Trüffelsuchern sollen Bürgerforscher werden.

Sie haben bereits einen Trüffelkurs besucht?

Dann interessieren wir uns ganz besonders für Sie.

Viele Hundeführer haben irgendwo einen Grundkurs zur Trüffelsuche mit Hund absolviert. Danach fehlt jedoch häufig die praktische Begleitung: Wo soll ich suchen? Welche Böden sind interessant? Welche Bäume sind wichtig? Warum findet mein Hund trotz Training keine natürlichen Trüffeln?

Genau an diesem Punkt setzt die weiterführende Ausbildung zum Bürgerforscher an.

Ziel ist, vorhandenes Wissen so auszubauen, dass Sie selbständig interessante Gebiete erkennen und zur Erforschung der Trüffelvorkommen Mecklenburg-Vorpommerns beitragen können.

Trüffelsuche mit Hund – jetzt einsteigen

Auch Hundehalter ohne Vorkenntnisse können beginnen.

Unser Grundkurs Trüffelsuche mit Hund vermittelt die notwendigen Grundlagen für Mensch und Hund. Ergänzend bietet der Lehrfilm „Trüffelsuche mit Hund“ die Möglichkeit, sich mit den wichtigsten Grundlagen und Trainingsschritten vertraut zu machen.

Der entscheidende nächste Schritt ist anschließend die Arbeit im Gelände.

Denn ein trainierter Hund allein macht noch keinen erfolgreichen Trüffelforscher. Ebenso wichtig ist der Mensch, der lernt, wo sich die Suche überhaupt lohnt.

Neu: Trüffelsuche ohne Hund

Pilzkenner können wertvolle Vorarbeit leisten

Auch ohne Hund können Sie an der Trüffelforschung teilnehmen.

Besonders Pilzkundler und erfahrene Pilzsammler verfügen über Kenntnisse, die für die Auswahl potenzieller Trüffelstandorte wertvoll sind.

Bestimmte oberirdisch wachsende Pilze können auf ökologische Bedingungen hinweisen, die auch für Trüffeln interessant sind. Dazu zählen beispielsweise Kupferroter Gelbfuß, Satansröhrling, Speismorchel, Zungenkernkeule, Königsröhrling, Anhängselröhrling und Wurzelnder Bitterschwamm.

Deshalb entwickeln wir auch die Ausbildung zur Trüffelsuche ohne Hund weiter.

Bürgerforscher mit und ohne Hund können sich hervorragend ergänzen: Die einen erkennen interessante Lebensräume – die anderen überprüfen diese gezielt mit der Hundenase.

Von der Ostseeküste bis zur Seenplatte – wo lohnt sich die Suche?

Mecklenburg-Vorpommern sollte nicht vorschnell in „geeignete“ und „ungeeignete“ Landesteile aufgeteilt werden.

Zunächst gilt es, geologische Karten, Böden, Vegetation und vorhandene Baumbestände zusammenzuführen und daraus interessante Suchgebiete abzuleiten.

Anschließend beginnt die eigentliche Forschungsarbeit.

Gerade darin liegt der Reiz:

Heute ist vieles noch unbekannt. Jeder qualifizierte Bürgerforscher kann dazu beitragen, dass sich das ändert.

Mit zunehmenden Erkenntnissen können später regionale Schwerpunkte und gegebenenfalls eigene Landkreis-Seiten entstehen.

Trüffelanbau in Mecklenburg-Vorpommern

Trüffeln von der Ostsee – eine kulinarische Perspektive

Vom natürlichen Vorkommen zur neuen landwirtschaftlichen Kultur

Mecklenburg-Vorpommern besitzt mit rund 14.400 km² landwirtschaftlicher Nutzfläche und etwa 4.700 Betrieben interessante Voraussetzungen für neue Formen der Flächennutzung.

Eine Trüffelplantage ist eine langfristige Dauerkultur. Entscheidend für ihren Erfolg sind nicht Bundesland oder Postleitzahl, sondern die Bedingungen auf dem konkreten Grundstück.

Vor einer Pflanzung sollten deshalb unter anderem Bodenaufbau, pH-Wert, Kalkversorgung, Wasserhaushalt und weitere Standortfaktoren untersucht werden.

Wo die natürlichen Voraussetzungen stimmen, kann der Trüffelanbau für Landwirte, Waldbesitzer und andere Grundeigentümer eine interessante zusätzliche Nutzungsmöglichkeit darstellen.

50.700 Waldbesitzer – und wie viele Trüffelwälder?

Diese Frage fasziniert uns besonders.

Mecklenburg-Vorpommern besitzt rund 4.936 km² Wald und etwa 50.700 Waldbesitzer. Rotbuchen, Eichen, Hainbuchen, Haseln und Kiefern gehören zu den Baumarten, die mit verschiedenen Trüffelarten eine Mykorrhiza bilden können.

Wie viele dieser Waldbesitzer besitzen bereits heute natürliche Trüffelvorkommen, ohne davon zu wissen?

Wir kennen die Antwort noch nicht.

Vielleicht helfen Sie uns, sie herauszufinden.

Regionale Trüffeln für Hotels und Gastronomie

Mecklenburg-Vorpommern besitzt mit seiner Ostseeküste eine überregional bedeutende Urlaubs- und Genussregion. Hochwertige Hotels und Restaurants bieten ideale Voraussetzungen, regionale Produkte mit einer besonderen Geschichte auf die Speisekarte zu bringen.

Wie reizvoll wäre es, wenn dort künftig neben Fisch, Wild und anderen Spezialitäten aus Mecklenburg-Vorpommern auch Trüffeln aus der eigenen Region angeboten werden könnten?

Nicht als importierte Delikatesse aus Frankreich oder Italien, sondern aus heimischem Anbau.

Damit könnte an eine Zeit angeknüpft werden, in der heimische Trüffeln in Deutschland wesentlich bekannter waren als heute.

Von der Trüffelplantage bis zum Teller an der Ostsee – daraus könnte eine neue regionale Wertschöpfungskette entstehen.

Was geschieht mit ungewöhnlichen Funden?

Nicht jede unterirdisch wachsende Pilzart lässt sich sofort sicher bestimmen.

Interessante Funde werden deshalb dokumentiert sowie makroskopisch und mikroskopisch untersucht. Bei unklaren oder besonders bemerkenswerten Funden können zusätzlich DNA-Untersuchungen und Sequenzierungen eingesetzt werden.

So steigt die Chance, seltene Arten oder Neufunde für Mecklenburg-Vorpommern zu erkennen.

Und vielleicht wartet sogar eine Art darauf, die der Wissenschaft bislang unbekannt ist.

Tuber honstrassii – Forschung kann Überraschungen bringen

Wie viel systematische Trüffelforschung noch entdecken kann, zeigen Erfahrungen der Forschungsgruppe Hypogäen in Portugal.

Dort wurden außergewöhnliche und wissenschaftlich neue Arten gefunden. Eine davon wurde 2026 als Tuber honstrassii wissenschaftlich beschrieben.

Solche Entdeckungen sind Ansporn, auch Deutschlands unterirdische Pilzwelt wesentlich intensiver zu erforschen.

Wer nicht sucht, wird auch nichts Neues finden.

Werden Sie Trüffel-Bürgerforscher in Mecklenburg-Vorpommern

Sie kennen die Wälder Ihrer Heimat? Sie beschäftigen sich mit Pilzen? Sie haben bereits einen Trüffelsuchkurs besucht? Oder Sie möchten gemeinsam mit Ihrem Hund in ein völlig neues Betätigungsfeld einsteigen?

Dann suchen wir Sie.

Helfen Sie mit, potenzielle Trüffelgebiete zu untersuchen und die ersten Bausteine einer fundierten Trüffelkarte Mecklenburg-Vorpommerns zu schaffen.

Entdecken. Suchen. Bestimmen. Kartieren.

Vielleicht führt die nächste Spur zur Burgundertrüffel direkt in einen Wald vor Ihrer Haustür.

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Häufige Fragen

Einfach auf das Pluszeichen (+) klicken und Sie erhalten die Antwort

  • Gibt es Burgundertrüffeln in Mecklenburg-Vorpommern?

    Systematische Untersuchungen durch unsere Bürgerforscher fehlen bislang. Geologische Ähnlichkeiten mit Fundgebieten in Schleswig-Holstein und Brandenburg machen Mecklenburg-Vorpommern jedoch zu einem interessanten Forschungsgebiet. Ob und wo Tuber aestivum vorkommt, muss durch praktische Feldarbeit geklärt werden.

  • Welche Böden sind für Burgundertrüffeln interessant?

    Burgundertrüffeln bevorzugen kalkhaltige Standorte mit geeigneter Bodenstruktur und passenden Wirtsbäumen. Teile Mecklenburg-Vorpommerns besitzen Geschiebemergel sowie weitere kalkhaltige Ausgangssubstrate. Ob ein konkreter Standort geeignet ist, muss vor Ort untersucht werden.

  • Welche Bäume können mit Trüffeln zusammenleben?Titel oder Frage

    Zu den wichtigen Mykorrhizapartnern verschiedener Trüffelarten gehören unter anderem Eichen, Rotbuchen, Hainbuchen, Haseln und Kiefern. Der vorhandene Baum allein beweist jedoch kein Trüffelvorkommen.

  • Wo sollte man in Mecklenburg-Vorpommern nach Trüffeln suchen?

    Geologie, kalkhaltige Böden, geeignete Wirtsbäume und Vegetation liefern erste Hinweise. Solche Faktoren können genutzt werden, um Suchgebiete einzugrenzen. Den tatsächlichen Nachweis erbringt erst der Fund.

  • Brauche ich einen Hund für die Trüffelsuche?

    Für den gezielten Nachweis unterirdischer Fruchtkörper ist ein gut ausgebildeter Trüffelhund besonders hilfreich. Pilzkundler können aber auch ohne Hund wichtige Vorarbeit bei Standortauswahl, Zeigerpilzen, Kartierung und Dokumentation leisten.

  • Können Trüffeln aus Mecklenburg-Vorpommern für die Gastronomie interessant werden?

    Gerade die touristisch geprägte Ostseeküste bietet interessante Absatzmöglichkeiten für hochwertige regionale Produkte. Heimisch erzeugte Trüffeln könnten langfristig Landwirtschaft, Tourismus und gehobene Gastronomie miteinander verbinden.

  • Kann mein Hund die Trüffelsuche lernen?

    Viele Hunde können für die Geruchssuche trainiert werden. Ein Grundkurs vermittelt Mensch und Hund die notwendigen Grundlagen. Entscheidend für die spätere Feldarbeit ist zusätzlich das Wissen des Hundeführers über geeignete Trüffelstandorte.

  • ch habe schon einen Trüffelkurs besucht. Wie geht es weiter?

    IGerade solche Hundeführer suchen wir als zukünftige Bürgerforscher. Vorhandene Kenntnisse werden um Standortkunde, systematische Feldsuche, Dokumentation und Bestimmung erweitert.

  • Kann ich Trüffeln auch ohne Hund suchen?

    Ja. Pilzkenntnisse, Vegetation, Wirtsbäume und Bodenverhältnisse helfen, interessante Standorte einzugrenzen. Unser Ausbildungsangebot zur Trüffelsuche ohne Hund richtet sich deshalb besonders an Pilzkundler und erfahrene Pilzsammler.

  • Können Waldbesitzer natürliche Trüffeln auf ihren Flächen haben?

    Das ist grundsätzlich möglich. Viele Trüffelarten leben mit heimischen Waldbäumen in Symbiose. Ob auf einer bestimmten Waldfläche tatsächlich Trüffeln vorkommen, lässt sich jedoch nur durch gezielte Untersuchung feststellen.

  • Eignet sich Mecklenburg-Vorpommern für Trüffelanbau?

    Potenzial ist vorhanden, aber jede Fläche muss einzeln beurteilt werden. Bodenaufbau, pH-Wert, Kalkversorgung, Wasserhaushalt und weitere Standortfaktoren entscheiden darüber, ob eine Trüffelplantage sinnvoll angelegt werden kann.

  • Ist Trüffelanbau auch für Landwirte interessant?

    Trüffelanbau kann eine Möglichkeit sein, geeignete Flächen langfristig höherwertig zu nutzen und eine besondere regionale Spezialität zu erzeugen. Voraussetzung sind eine fachgerechte Standortprüfung, geeignete mykorrhizierte Bäume und eine langfristige Bewirtschaftungsstrategie.

Sie haben weitere oder andere Fragen?

Gern beantworten wir Ihre Fragen zu Trüffelanbau, Trüffelsuche oder Trüffelkauf

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