Trüffel in Berlin – jetzt geht die Forschung weiter
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Berlin hat Trüffeln – aber noch viele offene Fragen
Unter Berlin liegt eine weitgehend unbekannte Welt. Während Parks, Wälder, Alleen und alte Baumbestände täglich von Tausenden Menschen besucht werden, bleibt verborgen, was wenige Zentimeter unter ihren Füßen wächst.
Dass dort Trüffeln vorkommen, wissen wir bereits.
Die Forschungsgruppe Hypogäen führte in Berlin mehrere Kurse zur Trüffelsuche mit Hund und Weiterbildungsveranstaltungen durch. Im Zuge dieser Aktivitäten wurden mehr als ein Dutzend verschiedene Trüffelarten entdeckt.
Eine Art fehlte allerdings bislang:
Die Burgundertrüffel bzw. Sommertrüffel (Tuber aestivum) konnte bei unseren Untersuchungen in Berlin noch nicht nachgewiesen werden.
Ist sie tatsächlich nicht vorhanden – oder wurde bislang einfach nicht an den richtigen Stellen gesucht?
Genau das wollen wir herausfinden.
Trüffelsuche mitten in Berlin
Mit dem Trüffelhund zwischen Reichstag und Brandenburger Tor
Dass Trüffelforschung nicht zwangsläufig in abgelegenen Wäldern stattfinden muss, zeigte sich bereits bei früheren Berliner Suchaktionen.
Sogar das ZDF begleitete die Trüffelsuche vor Reichstag und Brandenburger Tor. Plötzlich wurde sichtbar, was die meisten Menschen nicht vermuten: Unterirdisch wachsende Pilze können auch mitten im urbanen Raum interessante Lebensräume finden.
Für die Forschung sind deshalb nicht nur Wälder interessant. Auch alte Parks, Alleen, Grünanlagen, Friedhöfe und andere Standorte mit geeignetem Baumbestand können spannende Untersuchungsflächen darstellen.
Mit dem Trüffelhund zwischen Reichstag und Brandenburger Tor
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Dass Trüffelforschung nicht zwangsläufig in abgelegenen Wäldern stattfinden muss, zeigte sich bereits bei früheren Berliner Suchaktionen.
Sogar das ZDF begleitete die Trüffelsuche vor Reichstag und Brandenburger Tor. Plötzlich wurde sichtbar, was die meisten Menschen nicht vermuten: Unterirdisch wachsende Pilze können auch mitten im urbanen Raum interessante Lebensräume finden.
Für die Forschung sind deshalb nicht nur Wälder interessant. Auch alte Parks, Alleen, Grünanlagen, Friedhöfe und andere Standorte mit geeignetem Baumbestand können spannende Untersuchungsflächen darstellen.
Warum wurde Tuber aestivum in Berlin noch nicht gefunden?
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Das ist eine der spannendsten Fragen für die zukünftige Berliner Trüffelforschung.
Die Tatsache, dass bei unseren bisherigen Untersuchungen mehr als ein Dutzend andere Trüffelarten gefunden wurden, Tuber aestivum jedoch nicht, bedeutet nicht, dass die Art in Berlin grundsätzlich fehlt.
Trüffeln lassen sich nur dort nachweisen, wo jemand zur richtigen Zeit am richtigen Ort gezielt nach ihnen sucht.
Geologische und bodenkundliche Karten können helfen, erfolgversprechende Gebiete einzugrenzen. Entscheidend bleibt anschließend jedoch die praktische Feldarbeit.
Dafür brauchen wir Menschen vor Ort.
Gesucht: der Multiplikator, der die Forschung voranbringt
Die bisherigen Kurse und Funde haben eine Grundlage geschaffen. Was Berlin bislang fehlt, ist eine dauerhaft aktive Gruppe von Bürgerforschern, die systematisch weiterarbeitet.
Deshalb suchen wir insbesondere engagierte Hundeführer, Pilzkundler und Naturfreunde, die nicht nur gelegentlich nach Trüffeln suchen möchten, sondern bereit sind, Kenntnisse aufzubauen und die Erforschung ihrer Region kontinuierlich voranzutreiben.
Besonders interessant sind Menschen, die bereits irgendwo einen Grundkurs „Trüffelsuche mit Hund“ absolviert haben, anschließend aber mit ihren erworbenen Kenntnissen nicht weitergekommen sind.
Aus Kursteilnehmern sollen Forscher werden – und aus einzelnen Suchaktionen langfristig belastbare Erkenntnisse über die Berliner Trüffelwelt entstehen.
Noch keine Erfahrung? Einstieg mit Hund ist möglich
Auch Hundehalter ohne Vorkenntnisse sind willkommen.
In einem Einführungskurs zur Trüffelsuche mit Hund werden zunächst die Grundlagen vermittelt. Hund und Halter lernen gemeinsam, Trüffelgeruch zu erkennen, die Suche systematisch aufzubauen und Funde zuverlässig anzuzeigen.
Darauf kann die weiterführende Qualifikation zum Bürgerforscher aufbauen.
Denn ein erfolgreicher Trüffelsucher muss mehr können, als seinem Hund zu folgen: Er sollte Böden, Bäume, Vegetation und potenzielle Lebensräume beurteilen und verstehen lernen.
Neu: Trüffelsuche ohne Hund
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Pilzkenntnisse können zum Trüffelfund führen
Auch ohne eigenen Hund können Sie an der Berliner Trüffelforschung teilnehmen.
Dafür entwickeln wir ein neues Ausbildungsangebot zur Trüffelsuche ohne Hund, das bereits in Portugal praktisch erprobt wurde.
Besonders angesprochen sind Pilzkundler, Pilzberater, Pilzsachverständige und erfahrene Pilzsammler. Bestimmte oberirdisch wachsende Pilze können nämlich Hinweise auf ökologische Bedingungen geben, unter denen auch Trüffeln vorkommen.
Dazu zählen beispielsweise Kupferroter Gelbfuß, Satansröhrling, Speismorchel, Zungenkernkeule, Anhängselröhrling und Wurzelnder Bitterschwamm.
Wer solche Zusammenhänge erkennt, kann potenzielle Trüffelstandorte gezielter eingrenzen.
Kann ich auch ohne Hund Trüffel-Bürgerforscher werden?
Ja. Auch ohne eigenen Trüffelhund können Sie aktiv an der Trüffelforschung in Berlin mitwirken.
Pilzkundler und erfahrene Pilzsammler können geeignete Lebensräume erkennen, Zeigerpilze bestimmen, interessante Gebiete kartieren und Suchflächen dokumentieren.
Bürgerforscher mit und ohne Hund ergänzen sich dabei: Die einen finden interessante Standorte – die anderen können sie anschließend mit ausgebildeten Trüffelhunden gezielt untersuchen.
Vom Berliner Fund bis zur DNA-Analyse
Was passiert, wenn eine Trüffel nicht bestimmbar ist?
Gerade bei seltenen unterirdisch wachsenden Pilzen reichen makroskopische und mikroskopische Merkmale nicht immer für eine zweifelsfreie Bestimmung aus.
Deshalb sollen interessante und unklare Funde künftig bei Bedarf zusätzlich durch DNA-Untersuchungen und Sequenzierung überprüft werden.
Über die Zusammenarbeit mit portugiesischen Trüffelfreunden der Forschungsgruppe Hypogäen und spanischen Wissenschaftlern können solche Untersuchungen unterstützt werden.
Damit eröffnen sich neue Möglichkeiten: Neben bekannten Arten könnten Neufunde für Berlin, seltene Arten oder möglicherweise sogar bislang unbekannte Arten erkannt werden.
Eine neue Trüffelart zeigt, was Bürgerforschung erreichen kann
Dass diese Hoffnung nicht aus der Luft gegriffen ist, zeigen die Forschungsarbeiten in Portugal.
Dort wurden im Umfeld der Forschungsgruppe Hypogäen mehrere bemerkenswerte Trüffelfunde gemacht. Eine wissenschaftlich neu beschriebene Art erhielt 2026 den Namen:
Tuber honstrassii
Die Art wurde nach dem Leiter der Forschungsgruppe Hypogäen benannt und würdigt dessen langjährige Beschäftigung mit unterirdisch fruktifizierenden Pilzen.
Diese Erfahrungen sind Ansporn, auch die unterirdische Pilzvielfalt Deutschlands wesentlich genauer zu untersuchen.
Vielleicht wartet die nächste Überraschung unter einem Berliner Baum.