Trüffel im Ilm-Kreis – Naturfunde, Trüffelanbau und überraschende Entdeckungen

Muschelkalk und Keuper – Trüffelpotenzial im Ilm-Kreis

Der Ilm-Kreis umfasst 80.511 Hektar. Davon werden rund 34.823 Hektar landwirtschaftlich genutzt, weitere etwa 33.764 Hektar sind Waldfläche.

Für Burgundertrüffeln und Trüffelanbau im Ilm-Kreis ist insbesondere der nördliche und mittlere Kreis interessant.

Muschelkalk sowie angrenzende Bereiche des Unteren und Mittleren Keupers erstrecken sich grob von Arnstadt über Plaue in Richtung Ilmenau sowie über Stadtilm.

Im südlicheren, stärker durch Schiefergebirge und saure Böden geprägten Teil sind die natürlichen Voraussetzungen für die Burgundertrüffel dagegen deutlich ungünstiger.

Unsere Untersuchungen zeigen aber vor allem eines: Ob ein Grundstück für eine ertragreiche Trüffelkultur geeignet ist, entscheidet sich nicht allein auf der geologischen Karte.

Trüffelanbau bei Arnstadt – eine Anfrage mit überraschenden Folgen

Eine Anfrage von Frank Büchner aus Arnstadt im April 2021 wurde zum Ausgangspunkt einer bemerkenswerten Entwicklung.

Er beschäftigte sich bereits länger mit Trüffeln und suchte fachkundige Unterstützung für sein Vorhaben. Als mögliche Region schlug er den Riechheimer Berg bei Arnstadt vor. Die Anfrage führte zunächst nach Schönewerda zu einer ausführlichen Trüffelanbauberatung mit der Familie und anschließend zur gemeinsamen Besichtigung der vorgesehenen Flächen.

Genau diese Reihenfolge empfehlen wir ernsthaften Interessenten auch heute: erst verstehen, dann untersuchen und erst danach eine Trüffelkultur planen.

Denn eine Standortbesichtigung kann Erkenntnisse liefern, die weder ein Laborwert noch eine Verkaufsbeschreibung für Trüffelbäumchen ersetzen kann.

Sechs Gruppen unterirdischer Pilze in nur eineinhalb Stunden


Bei der etwa eineinhalbstündigen Begehung der rund 25 Jahre alten Aufforstungsflächen im Juli überraschten die Trüffelhunde selbst die Eigentümer.

Gefunden wurden verschiedene unterirdisch fruktifizierende Pilze, darunter Hohltrüffeln (Tuber excavatum), Rotbraune Trüffeln (Tuber rufum), Scheintrüffeln (Hymenogaster), Blasentrüffeln (Genea), Hirschtrüffeln (Elaphomyces) und Schleimtrüffeln (Melanogaster). Besonders häufig traten Milchlingstrüffeln (Arcangiella) auf.

Diese Vielfalt beantwortete gleichzeitig eine wichtige Frage.

Warum nicht einfach Burgundertrüffeln in einen bestehenden Wald einbringen?

Ein vorhandener Waldbestand besitzt längst eine komplexe Pilzgemeinschaft. Die Baumwurzeln sind bereits mit unterschiedlichen Mykorrhizapilzen verbunden.

Eine Burgundertrüffel dort lediglich zusätzlich „ansiedeln“ zu wollen, ist deshalb etwas völlig anderes als die gezielte Etablierung einer landwirtschaftlichen Trüffelkultur.

Trüffelanbau beginnt nicht damit, einen Pilz in einen bestehenden Wald zu bringen. Er beginnt mit der planmäßigen Entwicklung einer Kultur, in der Trüffelpilz und geeigneter Baumpartner gemeinsam etabliert und anschließend gezielt geführt werden.

220 Gramm Trüffel – direkt vor der Haustür

Der eigentliche Anlass des Tages war die Vorbereitung des geplanten Trüffelanbaus bei Arnstadt einschließlich Bodenprobenahme.

An einem Platz, an dem die Brüder Friedhelm und Frank Büchner schon als Kinder Trüffeln gefunden hatten, blieb die erneute Suche zunächst erfolglos.

Dann kam die Überraschung: Direkt vor der Haustür der Gaststätte wurde im bestuhlten Außenbereich eine etwa 220 Gramm schwere Trüffel gefunden.

Unter Tisch und Sitzbank, zwischen Wurzeln und dort, wo die ökologischen Voraussetzungen einen Fund erwarten ließen, befand sich das, wonach andernorts lange gesucht wird.

Aus dem ursprünglichen Interesse wurde inzwischen praktische Umsetzung: Trüffelkulturen wurden angelegt und auch ein Trüffelsuchkurs besucht. In den kommenden Jahren wird sich zeigen, wie sich diese Kulturen entwickeln.

37 Trüffeln im Garten – und das war erst der Anfang


„Ich dachte zuerst, das wäre Hundescheiße …“ – mit diesen Worten meldete sich ein aufgeregter Gartenbesitzer aus der Umgebung von Arnstadt.

Was er gefunden hatte, war erheblich interessanter.

An einem Sonntag sammelte er 37 Trüffeln mit zusammen 1,260 Kilogramm in seinem Garten – ganz ohne Trüffelhund. Etwa zwei Jahre zuvor hatte er bei einer Informationsveranstaltung erfahren, wie Trüffeln aussehen und unter welchen Bedingungen sie vorkommen können.

Am folgenden Tag wurde der außergewöhnliche Fund von uns untersucht und dokumentiert. Größe und Gewicht der einzelnen Fruchtkörper wurden erfasst, Proben für mikroskopische Untersuchungen genommen und die Fundumstände dokumentiert.

Aus 37 gefundenen Trüffeln wurden schließlich über 70

Trüffelhund Jette untersuchte anschließend das Grundstück. Unter einer einzeln stehenden Eiche zeigte sie weitere Sommer- bzw. Burgundertrüffeln an.

Die Stellen wurden punktgenau markiert, damit die Fruchtkörper zunächst im Boden verbleiben und später reif geerntet werden konnten.

Weitere elf kleine Trüffeln kamen unbeabsichtigt bei Bodenproben zum Vorschein. An angrenzenden Gehölzen wurden außerdem mehrere Cluster mit jeweils kleinen Fruchtkörpern entdeckt und unberührt im Boden belassen.

Am Ende ergab sich ein Bestand von rund 73 bis 75 festgestellten Fruchtkörpern und nahezu zwei Kilogramm Trüffeln.

Wann ist eine Trüffel wirklich reif?

Der Gartenfund bei Arnstadt zeigte nicht nur, wie viele Trüffeln auf kleiner Fläche vorkommen können. Er machte auch deutlich, wie schwierig die Beurteilung des Reifegrades einer Trüffel sein kann.

Immer wieder wird behauptet, eine reife Burgundertrüffel lasse sich an der Farbe ihrer Gleba erkennen. Nach unseren Untersuchungen ist das kein zuverlässiges Merkmal. Eine reife Trüffel kann eine helle Gleba besitzen, während die Gleba einer unreifen Trüffel durchaus dunkel erscheinen kann.

Auch Größe oder äußeres Erscheinungsbild liefern keine sichere Antwort. Eine zuverlässige Bestimmung des Entwicklungs- bzw. Reifegrades ist durch die mikroskopische Untersuchung der Asci und Sporen möglich.

Für die praktische Ernte kommt deshalb dem gut ausgebildeten Trüffelhund eine besondere Bedeutung zu. Er kann lernen, auf den sich mit der Reifung entwickelnden Geruch zu reagieren und erntereife Fruchtkörper anzuzeigen.

Finden ist nicht dasselbe wie ernten

Eine Trüffel im Boden zu lokalisieren bedeutet noch nicht, dass sie geerntet werden sollte. Bei der Untersuchung des Gartens wurden deshalb weitere von Jette angezeigte Fruchtkörper nicht einfach ausgegraben. Die Fundstellen wurden markiert, damit die Trüffeln zunächst im Boden verbleiben konnten.

Das Ziel einer fachgerechten Trüffelernte lautet nicht: möglichst viele Trüffeln ausgraben. Entscheidend ist, möglichst viele Fruchtkörper zum richtigen Reifezeitpunkt zu ernten. Denn einmal entnommen, reifen Trüffeln nicht nach.

Gerade deshalb gehören Pilzwissen, ein gut ausgebildeter Trüffelhund und ein erfahrener Hundeführer zusammen.

Fast zwei Kilogramm auf kleiner Fläche – was verrät uns eine natürliche Trüffelstelle?


Für Außenstehende erscheinen fast zwei Kilogramm Trüffeln auf einer kleinen Fläche spektakulär. Für erfahrene Trüffelforscher ist jedoch eine andere Frage viel interessanter:

Warum wachsen gerade hier so viele Trüffeln?

Baumpartner, Wurzelsystem, Boden, Kalkversorgung, Wasser, Vegetation, Mikroklima, Konkurrenzpilze und weitere Faktoren bilden ein komplexes System.

Genau solche natürlichen Standorte wurden von der Forschungsgruppe Hypogäen (FGH) über Jahre untersucht und miteinander verglichen. Beobachtungen aus der Natur flossen anschließend in die Entwicklung und Weiterentwicklung unseres Anbaukonzeptes ein.

Von der Natur lernen – für die Trüffelkultur

Ein erfolgreicher Naturstandort ist deshalb für uns kein bloßer Fundplatz.

Er ist ein Freilandlabor, in dem sich beobachten lässt, unter welchen Bedingungen Trüffeln konkurrenzfähig sind, Fruchtkörper bilden und über Jahre produktiv bleiben können.

Dieses Wissen lässt sich nicht einfach aus einem Lehrbuch übernehmen. Es entsteht durch langjährige Feldarbeit, Vergleiche und praktische Erprobung.

Stadtilm und das Ilmtal – überraschend lange Trüffelsaison


Auch eine Grundstücksbesichtigung mit Bodenprobenahme in der Nähe von Stadtilm führte zu neuen Erkenntnissen.

Während an vielen anderen untersuchten Standorten bereits seit Anfang Dezember kaum noch reife Burgundertrüffeln zu finden waren, entdeckte Anja Kolbe-Nelde in dieser Region neben anderen Trüffelarten noch bis in den Februar hinein zahlreiche Trüffelstellen – teilweise unter geschlossener Schneedecke und bei gefrorenem Boden.

Aus ersten Stichproben entwickelten sich deshalb weitere halb- und ganztägige Erkundungstouren.

Von Marlishausen bis Stadtilm – eine bemerkenswerte Trüffelregion

Besonders interessant erwies sich nach unseren Erkundungen der Raum um Marlishausen, Görbitzhausen, Roda, Bösleben, Wüllersleben, Witzleben, Ellichleben, Dienstedt, Hettstedt und Niederwilligen bis Stadtilm.

Unsere Feldbeobachtungen sprechen dafür, dass hier größere Bereiche für die weitere Prüfung auf Trüffelanbau im Ilm-Kreis besonders interessant sind.

Ob ein konkretes Grundstück tatsächlich für eine wirtschaftlich ausgerichtete Trüffelkultur geeignet ist, muss jedoch immer vor Ort untersucht werden.

Trüffelanbau im Ilm-Kreis – mehr als Trüffelbäumchen und Kalk


Im Internet klingt Trüffelanbau manchmal verblüffend einfach: gut mykorrhizierte Trüffelbäumchen kaufen, kalkreichen Boden auswählen, pflanzen und einige Jahre warten.

Unsere praktische Erfahrung zeigt ein wesentlich komplexeres Bild.

Eine ertragreiche Trüffelkultur entsteht aus dem Zusammenspiel zahlreicher Faktoren. Die entscheidenden Weichen werden lange vor der Pflanzung gestellt: bei der Beurteilung des Grundstücks, der Interpretation von Boden und Geologie, der Auswahl des Pilzes und seiner Baumpartner, der Planung des Pflanzsystems sowie der späteren Kulturführung.

Erst prüfen – dann planen – dann eine Trüffelkultur etablieren

Deshalb empfehlen wir vor einer größeren Investition eine fachkundige Standort- und Trüffelanbauberatung.

Nicht der möglichst billige Einkauf einzelner Komponenten sollte die Entscheidung bestimmen, sondern die Frage, ob daraus am vorgesehenen Standort ein funktionierendes biologisches und landwirtschaftliches Produktionssystem entstehen kann.

Der eigentliche Produktionsorganismus ist der Trüffelpilz. Die gepflanzten Bäume und Sträucher sind seine notwendigen Symbiosepartner und Bestandteil der landwirtschaftlichen Trüffelkultur.

Thüringer Modell® – vom Naturstandort zur produktiven Trüffelkultur


Das Thüringer Modell® reduziert Trüffelanbau nicht auf Baum, Mykorrhiza und Kalk.

Es betrachtet die Trüffelkultur als zusammenhängendes landwirtschaftliches Produktionssystem. Standort, Ausgangsgestein, Boden, freie Kalkanteile, Wasserhaushalt, Pilz, Baumpartner, Pflanzabstände, Vegetations- und Bodenmanagement, Kontrollen, Ausbildung des Suchteams und spätere Ernte müssen aufeinander abgestimmt werden.

Erkenntnisse aus natürlichen Trüffelstandorten und Erfahrungen aus eigenen Versuchs-, Muster- und Produktionsanlagen bilden dabei eine wichtige Grundlage für die laufende Weiterentwicklung.

Nicht einen Wald pflanzen – sondern eine Pilzkultur etablieren

Auch wenn Eiche, Hainbuche, Hasel, Buche oder andere Gehölze Bestandteil einer Trüffelkultur sind, besteht das Produktionsziel nicht in Holz oder einem späteren forstlichen Erzeugnis.



Etabliert wird eine landwirtschaftliche Pilzkultur. Die Bäume und Sträucher sind notwendige Symbiosepartner des Trüffelpilzes und Bestandteil des Produktionssystems. Das angestrebte Erzeugnis ist die Trüffel.

Von der Trüffelkultur bis zu Thüringer Burgundertrüffeln

Trüffelbäumchen für den Ilm-Kreis – Qualität beginnt vor dem Pflanzen

Wer eine Trüffelplantage im Ilm-Kreis plant, benötigt geeignetes Pflanzmaterial. Aber selbst ein hervorragend mykorrhiziertes Trüffelbäumchen kann einen ungeeigneten Standort oder Fehler in Planung und Kulturführung nicht ausgleichen.

Deshalb sollte die Auswahl von Pilz und Baumpartner erst erfolgen, wenn die wesentlichen Standortbedingungen bekannt sind.


Der Kauf eines Trüffelbäumchens ist damit nicht der Anfang der Überlegungen – sondern das Ergebnis der vorausgegangenen Planung.





Mit der Trüffelanbauplanung starten

Vom Trüffelanbau zur Ernte – rechtzeitig an den Suchhund denken

Die bei Arnstadt angelegten Trüffelkulturen werden mit zunehmendem Alter immer interessanter. Doch selbst eine hervorragend entwickelte Kultur nützt wenig, wenn erntereife Trüffeln später nicht zuverlässig lokalisiert werden können.

Ein leistungsfähiges Trüffelsuchteam aus Mensch und Hund entsteht nicht innerhalb weniger Wochen.

Deshalb sollte die Ausbildung lange vor dem erwarteten Produktionsbeginn beginnen. In Kursen können zukünftige Plantagenbetreiber und Erntehelfer lernen, ihren Hund aufzubauen, Anzeigen zu beurteilen und Trüffeln zum richtigen Reifezeitpunkt zu ernten.



Ausbildung Trüffelsuchteam

Frische Burgundertrüffeln aus Thüringen – Qualität beginnt mit der Reife

Der Gartenfund bei Arnstadt zeigt eindrucksvoll, weshalb bei frischen Burgundertrüffeln nicht allein Gewicht und Größe zählen.

Eine unreife Trüffel kann äußerlich beeindruckend sein und kulinarisch trotzdem enttäuschen. Erst mit zunehmender Reife entwickeln sich die Eigenschaften, wegen derer Burgundertrüffeln in der Küche geschätzt werden.

Für Gastronomie und Privatkunden bedeutet das: Herkunft, Reife, Frische und sachgerechter Umgang gehören zusammen.

Mit den heranwachsenden Trüffelkulturen eröffnet sich für den Ilm-Kreis zugleich die Perspektive, zukünftig hochwertige Burgundertrüffeln aus regionalem Anbau anzubieten.
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Häufige Fragen zu Trüffeln und Trüffelanbau im Ilm-Kreis

  • Gibt es im Ilm-Kreis natürliche Burgundertrüffeln?

    Ja. Bei unseren Untersuchungen wurden im Ilm-Kreis natürliche Sommer- bzw. Burgundertrüffeln sowie zahlreiche weitere unterirdisch fruktifizierende Pilzarten nachgewiesen. Besonders interessante Beobachtungen stammen aus dem Raum Arnstadt und Stadtilm.

  • Welche Gebiete im Ilm-Kreis sind für Trüffeln besonders interessant?

    Aus geologischer und nach unseren bisherigen Feldbeobachtungen auch trüffelökologischer Sicht sind insbesondere Muschelkalk- und angrenzende Keuperbereiche im nördlichen und mittleren Ilm-Kreis interessant. Ein konkretes Grundstück muss dennoch individuell untersucht werden.

  • Eignet sich der Raum Arnstadt für den Trüffelanbau?

    Natürliche Trüffelfunde und bereits angelegte Kulturen zeigen das Potenzial der Region. Daraus folgt aber nicht, dass jedes Grundstück geeignet ist. Boden, Wasserhaushalt, Ausgangsgestein, Exposition und weitere Standortfaktoren müssen zusammenpassen.

  • Warum ist die Region um Stadtilm für Burgundertrüffeln interessant?

    Bei unseren Erkundungen wurden dort zahlreiche natürliche Trüffelstellen festgestellt. Bemerkenswert waren Funde bis in den Februar hinein, teilweise bei Schnee und gefrorenem Boden.

  • Kann man Burgundertrüffeln in einen vorhandenen Wald einbringen?

    Das ist nicht mit der planmäßigen Anlage einer Trüffelkultur vergleichbar. Die Wurzeln älterer Waldbäume stehen bereits mit vielfältigen Mykorrhizapilzen in Verbindung. Für einen kontrollierten Trüffelanbau wird deshalb eine neue Kultur mit ausgewählten Partnerpflanzen etabliert.

  • Können Burgundertrüffeln auch im eigenen Garten wachsen?Titel oder Frage

    Ja. Der außergewöhnliche Fund bei Arnstadt zeigt, dass natürliche Burgundertrüffeln auch in Gärten vorkommen können. Für einen gezielten Trüffelgarten sollten Standort, Boden und geeignete Baumpartner vorher fachkundig beurteilt werden.

  • Wann werden die entscheidenden Weichen für eine ertragreiche Trüffelplantage gestellt?

    Noch bevor der erste Baum gepflanzt wird. Standortwahl, Untersuchungen, Kulturkonzept, Auswahl von Pilz und Baumpartnern, Wasserversorgung und Pflanzplanung beeinflussen die späteren Erfolgsaussichten. Danach entscheidet die jahrelange fachgerechte Kulturführung mit darüber, ob aus einer bepflanzten Fläche tatsächlich eine produktive Trüffelkultur wird.

  • Warum sollten unreife Trüffeln nicht ausgegraben werden?

    Trüffeln reifen nach der Entnahme nicht nach. Zu früh geernteten Fruchtkörpern fehlen wesentliche Geschmacks- und Aromaeigenschaften. Deshalb ist ein gut ausgebildetes Such- und Ernteteam besonders wichtig.

  • Wie viele Trüffeln können an einem guten natürlichen Standort wachsen?

    Bei dem untersuchten Garten nahe Arnstadt wurden insgesamt etwa 73 bis 75 Fruchtkörper festgestellt; das Gesamtaufkommen lag bei nahezu zwei Kilogramm. Die Produktivität natürlicher Standorte kann allerdings erheblich schwanken.

  • Welche Trüffelarten wurden bei Arnstadt gefunden?

    Bei verschiedenen Untersuchungen wurden neben Sommer- bzw. Burgundertrüffeln weitere Hypogäen festgestellt, darunter Arten bzw. Vertreter von Tuber, Genea, Hymenogaster, Elaphomyces, Arcangiella und Melanogaster. Das zeigt die große unterirdische Pilzvielfalt der Region.

  • Wo kann ich mich zum Trüffelanbau im Ilm-Kreis beraten lassen?

    Vor der Anlage einer Trüffelkultur empfiehlt sich eine fachkundige Standort- und Anbauberatung mit praktischer Erfahrung. Sie sollte möglichst stattfinden, bevor Pflanzmaterial bestellt oder eine Fläche vorbereitet wird.

  • Reichen gute Trüffelbäumchen und kalkreicher Boden für erfolgreichen Trüffelanbau?

    Nein. Beides kann wichtig sein, reicht für eine ertragreiche Trüffelkultur aber nicht aus. Standort, Bodenverhältnisse, verfügbarer Kalk, Wasser, Pilz und Baumpartner, Pflanzsystem, Konkurrenzorganismen und spätere Kulturführung wirken zusammen. Trüffelanbau ist ein biologisches System und kein Baukastensatz aus Baum plus Kalk.

  • Was ist vor dem Kauf von Trüffelbäumchen zu beachten?

    Zuerst sollte geklärt werden, ob das Grundstück für die geplante Trüffelkultur geeignet ist. Erst danach lassen sich Pilzart, Baumpartner, Pflanzsystem und erforderliche Maßnahmen sinnvoll festlegen. Wer zuerst Bäume kauft und anschließend über den Standort nachdenkt, kehrt die fachlich sinnvolle Reihenfolge um.

  • Warum ist praktische Erfahrung bei einer Trüffelanbauberatung so wichtig?

    Laborwerte und Fachliteratur liefern wichtige Informationen. Sie ersetzen aber nicht die Fähigkeit, Boden, Vegetation, Pilzpartner, natürliche Trüffelstandorte und die Entwicklung bestehender Kulturen gemeinsam zu beurteilen. Langjährige Feldforschung und Erfahrungen mit produzierenden Anlagen helfen, Zusammenhänge zu erkennen, die einzelne Messwerte allein nicht zeigen.

Sie haben noch weitere Fragen zum Trüffelanbau?

Wenn Sie ernsthaft am Trüffelanbau interessiert sind, formulieren Sie Ihre Fragen und nehmen dann mit uns Kontakt auf.

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