Im Trüffelanbau macht uns keiner was vor


Trüffelanbau im Eichsfeld – kleine Fläche, außergewöhnlicher Ertrag

Neuer Titel

Burgundertrüffeln und natürliche Trüffelstandorte im Landkreis Eichsfeld

Trüffelanbau ist mehr als Trüffelbäume pflanzen



Das Eichsfelder Beispiel verdeutlicht einen Grundsatz, der für erfolgreichen Trüffelanbau entscheidend ist:


Nicht der Baum ist die Kultur – der Pilz ist die Kultur.


Der Baum wird als notwendiger Ektomykorrhizapartner gebraucht. Ziel aller Maßnahmen ist es deshalb, den gewünschten Trüffelpilz zu etablieren, seine Entwicklung im Boden zu unterstützen und schließlich möglichst gute Voraussetzungen für eine regelmäßige Fruchtkörperbildung zu schaffen.


Dazu müssen Pflanzmaterial, Boden, Wasser, Pflege und Produktionssteuerung zusammenspielen.


Der frühe Produktionsbeginn und die weitere Ertragsentwicklung der Eichsfelder Anlage zeigen, welches Potenzial eine konsequent geführte Trüffelkultur entfalten kann.

Pasta mit Eichsfelder Trüffeln – und die Gäste wollen mehr

Erfolgreicher Trüffelanbau endet nicht bei der Ernte. Entscheidend ist auch, ob ein regionaler Markt vorhanden ist.

Im Eichsfeld lässt sich das bereits beobachten.

Ein Hotel nahm ein vergleichsweise einfaches Gericht mit „Pasta und Eichsfelder Trüffeln“ in sein Angebot auf. Die Gäste nahmen die regionale Spezialität unmittelbar an. Innerhalb von nur zwei Jahren entwickelte sich das Gericht zu einem besonders gefragten Angebot.

Inzwischen ist die Nachfrage nach den regional erzeugten Trüffeln höher als die verfügbare Produktion.

Das ist für zukünftige Trüffelanbauer interessant: Neben Restaurants und Hotels kommen Direktverkauf, Hofläden, Feinkost, Veranstaltungen und touristische Angebote als Absatzmöglichkeiten infrage.

Aus regionalem Boden wird regionale Küche

Gerade das Eichsfeld besitzt mit seiner ausgeprägten regionalen Esskultur gute Voraussetzungen, Trüffeln nicht als exotisches Luxusprodukt, sondern als hochwertiges regional erzeugtes Lebensmittel zu positionieren.

Keine zwei Hektar? Trüffelanbau funktioniert auch kleiner

Nicht jeder Interessent verfügt über einen oder mehrere Hektar Ackerland.

Das muss kein Ausschlusskriterium sein.

Gärten, größere Hausgrundstücke, Streuobstflächen und unter bestimmten Voraussetzungen auch Kleingärten können Möglichkeiten bieten, zunächst einige Trüffelkulturen anzulegen.

Gerade im Eichsfeld und den angrenzenden Regionen Niedersachsens und Sachsen-Anhalts gibt es zahlreiche Garten- und Kleingartenflächen.

Eine kleine Trüffelkultur kann dabei mehrere Ziele erfüllen: eigene Trüffeln ernten, praktische Erfahrungen sammeln und gleichzeitig beobachten, wie sich Mykorrhiza, Baumpartner, Boden und Kultur über Jahre entwickeln.

Der eigene Trüffelgarten

Schon wenige geeignete mykorrhizierte Bäume können der Anfang sein.

Wer nicht wirtschaftlich produzieren, sondern zunächst für den Eigenbedarf anbauen möchte, kann Freunde und Gäste später vielleicht mit etwas überraschen, das kaum jemand im eigenen Garten erwartet:

selbst angebaute Burgundertrüffeln.

Trüffelbäumchen für Garten und Kleinanlage im Shop auswählen

30 Trüffelstellen an einem Wintertag

Wie groß das natürliche Potenzial des Eichsfeldes ist, zeigen die Kartierungsdaten der Forschungsgruppe Hypogäen.

Am 8. Januar 2022 untersuchte Anja Kolbe-Nelde mit ihren Lagotti Alba und Jette Standorte im Raum Heilbad Heiligenstadt und Leinefelde.

Das Ergebnis eines einzigen Tages:

30 nachgewiesene Trüffelstellen.

Dabei wurden keineswegs nur Burgundertrüffeln gefunden. Zu den nachgewiesenen hypogäischen Pilzen gehörten unter anderem:

  • Burgundertrüffel (Tuber aestivum/uncinatum)
  • Wintertrüffel (Tuber brumale)
  • Schleimtrüffeln (Melanogaster)
  • Hirschtrüffeln (Elaphomyces)

Besonders überraschend für Außenstehende: Einige Fundstellen lagen höher und der Boden war teilweise von Schnee bedeckt.

Das zeigt eindrucksvoll, warum Trüffelforschung nicht auf sommerliche Exkursionen beschränkt werden darf.

Schnee bedeutet nicht das Ende der Trüffelsuche

Unterirdisch fruktifizierende Pilze sind gegenüber kurzfristigen Witterungseinflüssen anders geschützt als oberirdische Pilzfruchtkörper.

Eine Schneedecke bedeutet deshalb nicht zwangsläufig, dass darunter keine Trüffeln gefunden werden können.

Für einen gut ausgebildeten Trüffelhund kommt ein weiterer Vorteil hinzu: Er sucht nicht mit den Augen, sondern mit seiner Nase.

Gerade solche Winterfunde machen bei Ausbildungs- und Forschungsarbeiten deutlich, wie wenig sich die Lebensweise hypogäischer Pilze mit derjenigen klassischer oberirdischer Speisepilze vergleichen lässt.

Mehr als 100 Fundstellen – rund 20 Trüffelarten

Ein einzelner erfolgreicher Suchtag könnte Zufall sein. Die Ergebnisse weiterer Untersuchungen sprechen jedoch eine andere Sprache.

Bei drei Weiterbildungsveranstaltungen der Forschungsgruppe Hypogäen im Landkreis Eichsfeld wurden erfahrene Suchteams aus unterschiedlichen Regionen Deutschlands zusammengeführt.

Gemeinsam gelangen mehr als 100 Fundstellennachweise.

Dabei wurden rund 20 verschiedene Trüffelarten bzw. hypogäische Pilzarten festgestellt.

Diese Artenvielfalt ist mindestens ebenso interessant wie die Zahl der Fundstellen. Denn Trüffelforschung beschäftigt sich nicht allein mit essbaren Arten.

Die unterschiedlichen Arten liefern Informationen über Böden, Baumpartner, Lebensgemeinschaften und die ökologische Vielfalt unterhalb der Bodenoberfläche.

Eichsfeld als grenzüberschreitende Trüffelregion

Die Lage des Eichsfeldes macht die Region zusätzlich interessant.

Natur- und Kulturräume enden nicht an heutigen Landesgrenzen. Die geologischen und landschaftlichen Strukturen setzen sich in Richtung Niedersachsen und Hessen fort.

Für Trüffelforschung und Trüffelanbau ist deshalb weniger die Verwaltungsgrenze entscheidend als die Frage:

Wo setzen sich geeignete Böden, klimatische Bedingungen und Ektomykorrhizapartner fort?

Langfristig könnte das Eichsfeld deshalb auch als eine zusammenhängende Trüffelregion betrachtet werden, die über die thüringische Landesgrenze hinausreicht.


Die nächsten Trüffelplantagen wachsen bereits

Die erfolgreiche Pionieranlage ist kein Endpunkt.

Inzwischen wurden im Landkreis weitere Trüffelkulturen angelegt. Damit beginnt eine neue Phase: Künftig können unterschiedliche Standorte und Anlagen miteinander verglichen werden.

Das ist besonders wertvoll, weil eine einzelne erfolgreiche Plantage immer nur einen Standort repräsentiert.

Mehrere Anlagen ermöglichen es dagegen, Erfahrungen zu Boden, Baumpartnern, Wasserversorgung, Pflege und Produktionsbeginn unter unterschiedlichen Bedingungen zu sammeln.


Ist mein Grundstück im Eichsfeld für Trüffelanbau geeignet?

Die zahlreichen natürlichen Funde zeigen das Potenzial der Region. Sie bedeuten jedoch nicht, dass automatisch jedes Grundstück geeignet ist.

Vor dem Kauf größerer Mengen Trüffelbäumchen sollten insbesondere Bodenaufbau, Kalkversorgung, pH-Wert, Bodenmächtigkeit, Wasserhaltevermögen, Drainage, Exposition, Vegetation und Bewässerungsmöglichkeiten beurteilt werden.

Auch natürliche Trüffelfunde in der Umgebung können wertvolle Hinweise liefern.

Standort im Eichsfeld prüfen lassen

Deutsche Trüffelbäume und Trüffeln aus Thüringen

Trüffelbäumchen für das Eichsfeld

Wer eine Trüffelkultur anlegt, sollte Trüffelbäumchen nicht allein nach Baumart, Größe oder Preis auswählen.

Entscheidend ist die gewünschte Pilz-Baum-Symbiose.

Das Pflanzmaterial muss zum Standort und zum geplanten Kulturverfahren passen. Je nach Bedingungen können unterschiedliche Ektomykorrhizapartner infrage kommen.

Das gilt für die professionelle Plantage ebenso wie für den kleinen Trüffelgarten.








Trüffelbäumchen für Plantage, Garten oder Trüffelhecke auswählen

Trüffelanbau nach dem Thüringer Modell®

Die Erfahrungen der Eichsfelder Pioniere bestätigen einen zentralen Ansatz des Thüringer Modell®:

Eine erfolgreiche Trüffelkultur entsteht aus einer Kette aufeinander abgestimmter Maßnahmen.

Von Sporenmaterial und Mykorrhizierung über Standortvorbereitung und Pflanzung bis zu Anwachsphase, Bewässerung, Pflege, Kontrolle und Produktionssteuerung müssen die einzelnen Schritte zusammenspielen.

Die Eichsfelder Anlage ist dafür ein besonders interessantes Praxisbeispiel: Produktionsbeginn im fünften Standjahr und anschließend eine kontinuierliche Entwicklung bis zum außergewöhnlichen Ertrag des neunten Standjahres.
Trüffelanbau von Anfang an professionell planen

Frische Trüffeln aus Thüringen

Die Erfahrungen aus der regionalen Gastronomie zeigen, dass heimische Trüffeln nicht erst mühsam erklärt werden müssen.

Ein verständliches Gericht, ein klarer regionaler Bezug und frische Ware können genügen:

„Pasta mit Eichsfelder Trüffeln“

Wer noch keine eigenen Trüffeln erntet, kann während der Saison frische Burgundertrüffeln aus Thüringer Produktion beziehen.

Das bietet insbesondere Restaurants, Hotels und touristischen Betrieben die Möglichkeit, die Nachfrage nach regionalen Trüffelgerichten zunächst zu testen, bevor eine eigene Kultur Erträge liefert.





Frische Burgundertrüffeln aus Thüringen im Shop kaufen

Häufige Fragen zum Trüffelanbau im Eichsfeld

  • Gibt es Eichsfeld natürlich vorkommende Trüffeln?

    Ja. Die Forschungsgruppe Hypogäen hat im Landkreis zahlreiche natürliche Vorkommen dokumentiert. Bei mehreren Untersuchungen wurden insgesamt mehr als 100 Fundstellen festgestellt.

  • Welche Trüffelarten wurden im Eichsfeld gefunden?

    Neben der Burgundertrüffel wurden unter anderem Wintertrüffeln sowie verschiedene Schleim- und Hirschtrüffeln gefunden. Insgesamt wurden bei Untersuchungen rund 20 unterschiedliche hypogäische Pilzarten festgestellt.

  • Kann man im Eichsfeld Burgundertrüffeln anbauen?

    Ja. Eine seit Jahren begleitete Pionieranlage zeigt, dass erfolgreicher Trüffelanbau möglich ist. Ob eine konkrete Fläche geeignet ist, sollte dennoch individuell untersucht werden.

  • Wie hoch können die Erträge einer Trüffelplantage sein?

    Die Erträge unterscheiden sich erheblich. Auf einer etwa 1.000 m² großen Eichsfelder Pionieranlage wurden im neunten Standjahr 40,2 kg geerntet. Dieses außergewöhnliche Ergebnis darf jedoch nicht als allgemeine Ertragsprognose verstanden werden.

  • Wann beginnt eine Trüffelplantage zu produzieren?

    Das hängt unter anderem von Standort, Pflanzmaterial, Witterung und Kulturführung ab. Bei der beschriebenen Pionieranlage begann die Produktion im fünften Standjahr.

  • Kann ich Trüffeln auch im eigenen Garten anbauen?

    Grundsätzlich ja. Wenn Boden und Standort geeignet sind, können auch kleinere Trüffelgärten oder Trüffelhecken angelegt werden.

  • Wie viele Trüffelbäume brauche ich?

    Wie viele Trüffelbäume brauche ich?

    Das hängt vom Ziel ab. Für erste eigene Erfahrungen können bereits wenige geeignete Bäume interessant sein. Eine wirtschaftliche Anlage erfordert dagegen eine sorgfältige Planung von Fläche, Pflanzabständen, Bewässerung und späterer Kulturführung.

  • Können Trüffeln auch unter Schnee gefunden werden?


    Ja. Eigene Untersuchungen im Eichsfeld haben gezeigt, dass Trüffelfunde auch bei teilweise schneebedecktem Boden möglich sind.

  • Lohnt sich der Anbau für Restaurants oder Hotels?

    Eine eigene Trüffelkultur kann besonders für Gastronomie mit regionalem Profil interessant sein. Im Eichsfeld zeigt bereits ein Hotel, wie erfolgreich ein einfaches Gericht mit regional erzeugten Trüffeln angenommen werden kann.

  • Warum wird der Standort der erfolgreichen Pionieranlage nicht genannt?

    Die Anlage befindet sich auf privatem Gelände und dient der Produktion und Forschung. Zum Schutz des Betriebes und auf Wunsch der Eigentümer werden weder Namen noch genauer Standort veröffentlicht.

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