Trüffelanbau in Sachsen – Chancen auch auf sauren Böden

Sachsen zeigt, dass erfolgreicher Trüffelanbau auch auf überwiegend sauren Böden möglich ist.

Burgundertrüffel in Sachsen

Kulturartenwechsel zur Trüffelplantage

Trüffelanbau in Sachsen – mehr Möglichkeiten als viele vermuten

Wer an Sachsen denkt, verbindet das Bundesland zunächst nicht mit Trüffeln. Tatsächlich werden große Teile Sachsens von sauren Böden geprägt, während die meisten europäischen Speisetrüffeln kalkreiche Standorte bevorzugen.

Gerade deshalb galt Sachsen lange Zeit als wenig geeignet für den Trüffelanbau. Unsere langjährigen Untersuchungen zeigen jedoch ein anderes Bild. Natürliche Trüffelvorkommen existieren auch hier – und mit dem richtigen Know-how lassen sich selbst geeignete saure Standorte erfolgreich für den Trüffelanbau entwickeln.

Write down an introduction title here

Geologie entscheidet häufig über die natürlichen Trüffelvorkommen. Moderne Kulturverfahren eröffnen heute jedoch deutlich mehr Möglichkeiten.


Trüffeln in Sachsen finden – Bürgerforscher erweitern das Wissen

Wie in vielen Bundesländern konzentrierte sich die regionale Pilzkunde in Sachsen lange Zeit vor allem auf oberirdisch wachsende Pilze. Unterirdisch fruktifizierende Pilze, die sogenannten Hypogäen, wurden dagegen kaum gezielt gesucht.

In Sachsen lebende Interessierte besuchten deshalb Kurse der Deutschen Trüffelschule in Thüringen. Dort wurden sie in der Trüffelsuche mit Hund, der Bestimmung von Trüffelarten und der wissenschaftlichen Dokumentation von Fundstellen ausgebildet. Ein wichtiges Ziel war es, geeignete Teilnehmer für eine ehrenamtliche Tätigkeit als Bürgerforscher zu gewinnen.

Diese Ausbildung zeigt inzwischen Wirkung. Durch aufwendige Recherchen und systematische Geländearbeit konnten ortsansässige Bürgerforscher in Sachsen bislang unbekannte Fundbereiche entdecken und dokumentieren.

Natürliche Trüffelvorkommen in Sachsen

Auch wenn kalkreiche Böden selten sind, wachsen in Sachsen verschiedene wertvolle Trüffelarten.

Nachgewiesen wurden unter anderem:

  • Burgundertrüffel (Tuber aestivum)
  • Wintertrüffel (Tuber brumale)
  • Deutsche Weißtrüffel (Choiromyces meandriformis)
  • Frühlingstrüffel (Tuber borchii)
  • vermutlich auch die Karthäusertrüffel (Picoa carthusiana)

Besonders interessante Fundbereiche liegen nach bisherigen Erkenntnissen in den Landkreisen Vogtland sowie Sächsische Schweiz–Osterzgebirge. Dort treten kleinräumig kalkhaltige Bereiche auf, häufig im Umfeld verkarsteter Landschaften und Höhlensysteme.

Burgundertrüffel (Tuber aestivum)

Deutsche Weißtrüffel (Choiromyces meandriformis)

Wintertrüffel (Tuber brumale)

Erfolgreicher Trüffelanbau auch auf sauren Böden

Die wichtigste Erkenntnis der vergangenen Jahrzehnte lautet:

Nicht überall, wo heute keine Trüffeln wachsen, ist Trüffelanbau unmöglich.

Weltweite Erfahrungen zeigen, dass geeignete mittelgründige Böden durch gezielte Bodenverbesserung so vorbereitet werden können, dass hochwertige Speisetrüffeln dauerhaft kultiviert werden.

Den entscheidenden Anstoß gab Ende der 1990er Jahre der australische Baumschulunternehmer Tim Terry. Nach Studienreisen durch Frankreich und Italien übertrug er bekannte Verfahren der Bodenverbesserung auf saure Standorte in Tasmanien. In Australien entwickelte sich eine völlig neue Trüffelanbau-Region, die heute weltweit zu den erfolgreichsten zählt.

Trüffelanbau auf saurem Boden in Australien

Trüffelplantage 500kg/ha/p.a. Down Under

Trüffelzucht Tasmanien - große Trüffelanlagen

Wie eine Weltrekord-Trüffel entstand

Eine besondere Geschichte verbindet die Forschungsgruppe Hypogäen mit Australien.

Bei einem Besuch auf der Trüffelplantage von Stuart Dunbar im Jahr 2014 diskutierten wir Möglichkeiten, besonders große Trüffeln heranzuziehen. Einige der vorgeschlagenen Maßnahmen setzte Stuart konsequent um.

Kurze Zeit später sorgte er weltweit für Schlagzeilen, als auf seiner Plantage eine außergewöhnlich große Schwarze Trüffel gefunden wurde. Internationale Medien berichteten über diesen spektakulären Fund.

Als ich Stuart Dunbar 2018 erneut besuchte, bestand er darauf, diesmal nicht ihn an der Fundstelle zu fotografieren, sondern gemeinsam mit mir und dem Suchhund – als Anerkennung für die fachlichen Anregungen. Für seine Verdienste wurde Stuart Dunbar anschließend Ehrenmitglied der Forschungsgruppe Hypogäen.

Ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie wissenschaftlicher Austausch und praktische Erfahrung gemeinsam Innovationen hervorbringen.


Medienbericht

Der spektakuläre Fund wurde unter anderem vom Stern aufgegriffen:

https://www.stern.de/genuss/essen/australien--mann-findet-anderthalb-kilo-schweren-trueffel-7021794.html



Optimierung im Trüffelanbau - Beratung durch Trüffelpapst

Stuart Dunbar mit Weltrekordtrüffel in Wodka und Thomas Wittich von der FGH

Lesen Sie den Beitrag auch in der Welt

Beratung zum Trüffelanbau in Sachsen

Ob landwirtschaftlicher Betrieb, Forstbetrieb, Waldbesitzer oder privater Grundstückseigentümer – auch in Sachsen lohnt sich heute eine fachkundige Prüfung der Standortbedingungen.

Unsere Beratung umfasst unter anderem:

  • Standortbewertung
  • Bodenuntersuchungen
  • Auswahl geeigneter Trüffelarten
  • Planung neuer Trüffelplantagen
  • Pflanzplanerstellung
  • Pflege bestehender Anlagen
  • Aus- und Weiterbildung für Trüffelbauern
  • Ausbildung von Trüffelsuchhunden
  • Erntehelferschulungen

Trüffelvorkommen nach Landkreisen

Vogtlandkreis

Neben der Burgundertrüffel verschiedene andere Trüffelarten nachgewiesen Es gibt für den Trüffelanbau geeignete  Standorte..

Mehr erfahren

Sächsische Schweiz Osterzgebirge

Nachgewiesene Burgundertrüffeln, Deutsche Weißtrüffel und Wintertrüffeln und erste Geländeuntersuchungen von geeigneten Anbauflächen.

Mehr erfahren

Sammelseite übrige Kreise Sachsens

Describe some quality or feature of the company. Write a short paragraph about it and choose an appropriate icon.

Noch in Vorbereitung

Häufige Fragen zum Trüffelanbau

  • Kann man in Sachsen Trüffeln anbauen?

    Kann man in Sachsen Trüffeln anbauen?


    Ja. Auch wenn viele Böden sauer sind, lassen sich geeignete Standorte durch gezielte Bodenverbesserung erfolgreich für den Trüffelanbau vorbereiten.

  • Welche Trüffelarten wachsen natürlich in Sachsen?

    Nachgewiesen wurden unter anderem Burgundertrüffel, Wintertrüffel, Deutsche Weißtrüffel und Frühlingstrüffel. Weitere Arten werden derzeit wissenschaftlich untersucht.

  • Wo gibt es natürliche Trüffelvorkommen?

    Bekannte Nachweise liegen unter anderem im Vogtland sowie im Landkreis Sächsische Schweiz–Osterzgebirge. Aufgrund neuer Bürgerforschungsprojekte kommen laufend weitere Fundorte hinzu.

  • Ist Sachsen für Trüffelplantagen geeignet?

    Ja. Entscheidend sind nicht allein natürliche Trüffelvorkommen, sondern die Standortanalyse und die fachgerechte Vorbereitung des Bodens.

  • Kann ich auch ohne eigenes Grundstück Erfahrungen im Trüffelanbau sammeln?

    Ja. Bereits ab 2012 pachteten sechs Mitstreiter der Forschungsgruppe Hypogäen kleine Gärten in einer Kleingartenanlage im Leinebergland  in Niedersachsen. Dort sammelten sie praktische Erfahrungen, tauschten Forschungsergebnisse aus und entwickelten gemeinsam neue Methoden für den Trüffelanbau. Viele Teilnehmer legten später eigene Trüffelgärten oder größere Trüffelplantagen an. Dieses Konzept eignet sich auch heute hervorragend für Einsteiger.

  • Sind Trüffeln wirklich so teuer?

    Viele Menschen halten Trüffeln für unerschwinglich. Tatsächlich werden Speisetrüffeln jedoch nicht als Hauptgericht, sondern wie ein hochwertiges Gewürz verwendet. Pro Person reichen meist 5 bis 10 Gramm, selten mehr als 20 Gramm.


    Der Preis relativiert sich dadurch deutlich. Burgundertrüffeln kosten – je nach Saison, Qualität und Vermarktungsweg – etwa 0,30 bis 1,50 Euro pro Gramm. Zum Vergleich: Hochwertiger Safran liegt häufig zwischen 7 und 10 Euro pro Gramm und ist damit um ein Vielfaches teurer.


    Der Kilopreis von Trüffeln hängt von der Trüffelart, dem Reifegrad, der Qualitätsprüfung, dem Angebot und der Nachfrage sowie vom Verkaufsweg ab.

  • Wo gibt es die meisten Trüffeln in Deutschland?

    Diese Frage lässt sich derzeit nicht eindeutig beantworten. Die Verbreitungskarten zeigen vor allem dort viele Fundpunkte, wo gezielt nach Trüffeln gesucht wurde.


    Die Trüffelforschung steckt in Deutschland noch in den Anfängen. Während oberirdisch wachsende Pilze seit Jahrzehnten kartiert werden, wurden unterirdisch fruktifizierende Trüffeln lange Zeit kaum beachtet. Erst durch speziell ausgebildete Trüffelsucher und Bürgerforscher konnten in vielen Regionen überraschend dichte Trüffelvorkommen nachgewiesen werden.


    Unsere Erfahrungen zeigen: Überall dort, wo die ökologischen Voraussetzungen stimmen, können auch Trüffeln vorkommen. Verbreitungskarten spiegeln daher häufig den Forschungsaufwand wider – nicht unbedingt die tatsächliche Häufigkeit der Trüffeln

  • Was kostet ein Trüffelbaum?

    Ein mykorrhizierter Trüffelbaum – fachlich richtiger eine Trüffelkultur – kostet je nach Baumart, Trüffelart und Bestellmenge meist zwischen 20 und 35 Euro.


    Der Kaufpreis allein sagt jedoch wenig über die spätere Ertragsfähigkeit aus. Entscheidend sind die Qualität der Mykorrhizierung, die Wuchskraft des Trüffelmyzels, die genetischen Eigenschaften der verwendeten Pilzkultur sowie die Fähigkeit, regelmäßig Fruchtkörper zu bilden. Eine sorgfältige Qualitätskontrolle vor dem Kauf ist daher wichtiger als der günstigste Preis.

  • Wie groß ist der Weltrekord einer Schwarzen Trüffel?

    Zu den spektakulärsten Funden zählt eine 1,5 Kilogramm schwere Schwarze Trüffel, die Stuart Dunbar im August 2018 auf seiner etwa einen Hektar großen Trüffelplantage im australischen Bundesstaat Victoria erntete.


    Der außergewöhnliche Fund sorgte weltweit für Schlagzeilen. Vorausgegangen war ein fachlicher Austausch mit dem Leiter der Forschungsgruppe Hypogäen, der Stuart Dunbar Hinweise zur Förderung besonders großer Trüffeln gegeben hatte. Die erfolgreiche Umsetzung machte den Rekordfund international bekannt und führte später zur Ernennung Stuart Dunbars zum Ehrenmitglied der Forschungsgruppe Hypogäen.

  • Wie viele Trüffeln kann ein einzelner Baum hervorbringen?

    Wie hoch der Ertrag eines einzelnen Trüffelbaums ausfallen kann, hängt von zahlreichen Faktoren ab. Dazu gehören Baumart, Alter, Boden, Klima, Wasserversorgung und die Vitalität des Trüffelmyzels.


    Zu den beeindruckendsten dokumentierten Naturfunden gehören zwei Einzelfundstellen in England. Nach Angaben der British Mycological Society wurden im Jahr 2005 unter einer Steineiche (Quercus ilex) in Somerset rund 65 Kilogramm Burgundertrüffeln (Tuber aestivum) gefunden. Im selben Jahr wurden unter einer Rotbuche (Fagus sylvatica) in Wiltshire sogar etwa 80 Kilogramm geerntet.


    Die British Mycological Society führt jedoch keine offizielle Rekordliste. Dennoch zeigen diese außergewöhnlichen Funde, welches natürliche Ertragspotenzial einzelne Trüffelstandorte unter optimalen Bedingungen erreichen können.

Sie haben weitere bzw. andere Fragen?

Setzen Sie sich unverbindlich mit uns in Verbindung:

Kontakaufnahme