Trüffeln in Nordrhein-Westfalen

Deutschlands bedeutendstes Bundesland für natürliche Burgundertrüffel

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Nordrhein-Westfalen zählt heute zu den bedeutendsten Trüffelregionen Deutschlands. Seit Beginn der systematischen Kartierungen der Forschungsgruppe Hypogäen (FGH) im Jahr 2012 konnten mehr als 2.000 natürliche Standorte der Burgundertrüffel (Tuber aestivum / uncinatum) dokumentiert werden.

Die Funde erstrecken sich über große Teile des Landes – vom Teutoburger Wald über das Eggegebirge und Sauerland bis in die Rheinregion zwischen Düsseldorf, Köln und Bonn sowie in die Eifel.

Die Kombination aus kalkreichen Böden, günstigen Klimaverhältnissen und einer großen Zahl geeigneter Wirtsbäume macht Nordrhein-Westfalen zu einem der interessantesten Bundesländer für Trüffelforschung und Trüffelanbau

Warum Nordrhein-Westfalen besonders trüffelgeeignet ist

Die geologische Vielfalt Nordrhein-Westfalens schafft hervorragende Voraussetzungen für das Wachstum verschiedener Trüffelarten.

Besonders geeignet sind Gebiete mit

  • Kalkstein
  • Muschelkalk
  • Kreidekalk
  • Devonkalk
  • Mergel
  • Geschiebemergel

Die geologische Übersichtskarte zeigt eindrucksvoll, dass sich viele der heute bekannten Trüffelvorkommen mit diesen kalkreichen Standorten decken.

Die wichtigsten natürlichen Trüffelgebiete liegen deshalb vor allem

  • im Teutoburger Wald
  • im Eggegebirge
  • rund um Paderborn
  • im Sauerland
  • in der Hellwegregion
  • entlang des Rheins
  • in Teilen der Eifel.

Ausbildung von Trüffelsuchern seit 2012


Ein außergewöhnliches Beispiel erfolgreicher Bürgerforschung liefert Thomas Wittich.

Gemeinsam mit seiner Lagotto-Hündin Jule dokumentierte er innerhalb von nur 90 Tagen mehr als 200 neue Trüffelstandorte.

Seine Arbeit zeigt eindrucksvoll, welche Bedeutung gut ausgebildete Suchteams für Forschung und Naturschutz besitzen.

Bekannt wurde das Team unter anderem durch den Fernsehbeitrag 
"Trüffel – Schatzsuche im Teutoburger Wald“ 
zu sehen auf YouTube.

Nordrhein-Westfalen – hervorragender Markt für Burgundertrüffeln


Mit fast 18 Millionen Einwohnern besitzt Nordrhein-Westfalen den größten Absatzmarkt Deutschlands.

Besonders interessant sind

  • Bonn
  • Köln
  • Düsseldorf
  • Aachen
  • Ruhrgebiet

Hier finden hochwertige regionale Burgundertrüffeln eine wachsende Zahl anspruchsvoller Käufer.

Für Direktvermarkter entstehen dadurch kurze Transportwege und hervorragende Vermarktungsmöglichkeiten.

Trüffelanbau in den fünf Regierungsbezirken

Regierungsbezirk Münster

Schwerpunkt auf Geschiebemergel- und Kalkgebieten des Münsterlandes. Zahlreiche geeignete Standorte entlang kalkreicher Böden sowie im Übergangsbereich zum Teutoburger Wald.


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Regierungsbezirk Detmold

Das Herzstück der deutschen Burgundertrüffel. Teutoburger Wald, Eggegebirge und Horn-Bad Meinberg bilden eines der größten zusammenhängenden natürlichen Trüffelgebiete Deutschlands.

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Regierungsbezirk Arnsberg

Von Paderborn über Warstein bis Arnsberg bestimmen Kalkzüge und Devonkalk die Landschaft. Hier bestehen ausgezeichnete Voraussetzungen für Trüffelplantagen.

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Regierungsbezirk Düsseldorf

Die Rheinauen sowie Teile des Niederrheins verfügen über geeignete Standorte und einen unmittelbaren Zugang zu einem der größten Gourmetmärkte Deutschlands.


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Regierungsbezirk  Köln

Zwischen Köln, Düren und der Eifel liegen zahlreiche kalkreiche Standorte mit hohem Potenzial für Trüffelanbau und Naturvorkommen.



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Häufige Fragen zum Trüffelanbau

Wenn Sie auf das Pluszeichen tippen, wir die Antwort angezeigt.

  • Gibt es Trüffelbaumschulen mit eigenen Forschungsplantagen?

    Ja. Besonders wertvoll sind Baumschulen, die ihre Erkenntnisse unter Praxisbedingungen gewinnen. Unsere Trüffelplantagen dienen gleichzeitig als Forschungs-, Demonstrations- und Ausbildungsflächen. Dort untersuchen wir unter anderem Baumabstände, Baumartenkombinationen, Bewässerung, Pflegemaßnahmen, Erntestrategien, Einzelbaumoptimierung und das Bodenmikrobiom. Die Ergebnisse fließen unmittelbar in die Beratung und Ausbildung zukünftiger Trüffelanbauer ein.


  • Was kann ich tun, wenn mein Grundstück noch verpachtet ist?

    Nutzen Sie die Wartezeit sinnvoll. Legen Sie auf einem Pachtgrundstück oder in einem Schrebergarten eine kleine Trüffelinsel oder Trüffelhecke an. So sammeln Sie praktische Erfahrungen im Umgang mit Trüffelbäumen und sind bestens vorbereitet, wenn Ihr eigenes Grundstück verfügbar wird.

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  • Was kostet der Aufbau einer Trüffelplantage?

    Die Kosten hängen von Größe und Ausstattung der Anlage ab. Zu berücksichtigen sind unter anderem Grundstück, Bodenvorbereitung, Bodenanalysen, Kalkung, Trüffelbäume, Pflanzmaterial, Verbissschutz, Einzäunung, Bewässerung, Mulch sowie Beratungskosten. Je nach Ausgangssituation entstehen Investitionen von etwa 20.000 bis 50.000 Euro oder mehr.


  • Wie lange kann eine Trüffelplantage Erträge liefern?

    Trüffelplantagen können über viele Jahrzehnte produktiv bleiben. Während einer Forschungsreise nach Australien besichtigte die Deutsche Trüffelschule eine rund zwei Hektar große Plantage mit einem Jahresertrag von über einer Tonne Trüffeln. Natürliche Trüffelstandorte in deutschen Wäldern sind teilweise noch älter und können – bei geeigneter Bewirtschaftung – auch nach über 100 Jahren weiterhin Trüffeln hervorbringen.


  • Wie bewertet man die Produktivität einer Trüffelplantage?

    Die Forschungsgruppe Hypogäen bewertet natürliche Trüffelvorkommen und Trüffelplantagen nach einem eigenen Kategoriensystem von 0 bis VI. Kategorie 0 steht für exzellente Standorte mit außergewöhnlich hohen Erträgen. Anlagen der Kategorie II erreichen bereits etwa 100 bis 300 Kilogramm Trüffeln pro Hektar und Jahr. Solche Erträge werden heute sowohl in Deutschland als auch international erzielt. Mehrere natürliche Trüffelstandorte in Thüringen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen gehören bereits zur Spitzenkategorie 0.


  • Welche Bäume eignen sich für den Trüffelanbau?

    Bewährt haben sich vor allem Stieleiche, Traubeneiche, Zerreiche, Flaumeiche, Rotbuche, Sommer- und Winterlinde, Hainbuche, Baumhasel und Hasel. Welche Baumart die beste Wahl ist, hängt vom Standort, der Bodenbeschaffenheit und der gewünschten Trüffelart ab. 


  • Ist eine Bewässerung beim Trüffelanbau erforderlich?

    Ia, wenn beständig steigende Erträge erzielt werden sollen. Trüffeln können zwar wachsen  auch ohne zusätzliche Bewässerung, doch längere Trockenperioden können die Fruchtkörperbildung erheblich beeinträchtigen. Eine bedarfsgerechte Wasserversorgung verbessert insbesondere in den ersten Jahren die Entwicklung der Trüffelbäume und des Trüffelpilzes.


  • Wann trägt eine Trüffelplantage die ersten Trüffeln?

    Das hängt von den Trüffelbäumchen, Standort, Anbaukonzept, Pflege und Steuerung der Trüffelanlage ab. Mit dem richtigen Anbauverfahren erscheinen die ersten Burgundertrüffeln nach fünf bis sieben Jahren. Bei geschickter Produktionssteuerung steigt die Trüffelernte Jahr für Jahr. Bis eine Plantage ihre volle Leistungsfähigkeit erreicht, vergehen meist zehn Jahre oder mehr. 


  • Darf man in Nordrhein-Westfalen wilde Trüffeln sammeln?

    Alle heimischen Arten der Gattung Tuber sind in Deutschland besonders geschützt. Das Sammeln wild wachsender Trüffeln ist grundsätzlich nur im Rahmen der geltenden naturschutzrechtlichen Bestimmungen beziehungsweise mit den erforderlichen Genehmigungen zulässig. Auf angelegten Trüffelplantagen ist die Entnahme durch den Besitzer erlaubt.  


  • Wieviel kosten 1 kg Trüffeln?

    Die Marktpreise für Burgundertrüffeln erzielen je nach Region zwischen 300 € und 1.500 € pro kg je nach Qualität und Frische. Für eine Person rechnet  rechnet man 10 bis etwa 25 Gramm


  • Mit welchem Ernteertrag kann ich rechnen?

    Gut angelegte und geführte Trüffelanlagen auf dem richtigen Boden können schon im 9. oder 10. Jahr einen Ertrag von 100kg/ha erzielen. Bis die Trüffelplantage die höchste Produktion erreicht, vergehen weitere 8-10 Jahre. nach Auspflanzung. Im Gegensatz zum Pflanzenwachstum ist das Wachstum der Pilzfruchtkörper nicht einheitlich. Es startet bei jeder einzelnen Trüffelkultur nicht gleichzeitig und nicht gleichmäßig auf einer Plantage verteilt.  


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