Trüffel in Weimar – von Goethes Tafelfreuden zum modernen Trüffelanbau

Weimars Bodenschätze Burgundertrüffeln


Weimar ist weltbekannt für Goethe, Schiller und seine einzigartige Kulturgeschichte. Weniger bekannt ist, dass auch Trüffeln in Weimar eine bemerkenswerte Geschichte und Gegenwart besitzen.

Die kreisfreie Stadt umfasst 8.448 Hektar. Davon werden rund 3.243 Hektar landwirtschaftlich genutzt, etwa 1.675 Hektar sind Wald. Hinzu kommen Parks, Alleen, Friedhöfe und zahlreiche Grünflächen mit geeigneten Ektomykorrhizapartnern.

Unsere ersten gezielten Untersuchungen begannen 2021. Historisch interessante Orte wie Schloss Belvedere standen ebenso auf dem Programm wie Parks und andere Grünanlagen.
Schon die ersten Stichproben bestätigten: Unter unseren Füßen verbirgt sich auch in Weimar eine erstaunlich vielfältige Pilzwelt – Trüffeln gehören ganz selbstverständlich dazu.

Inzwischen wurden Burgundertrüffeln und weitere Hypogäen selbst mitten in der Stadt nachgewiesen. Gleichzeitig entstehen erste Trüffelgärten und Plantagen. Damit könnte sich eine reizvolle Verbindung entwickeln: von der historischen Trüffelküche Goethes zur regional erzeugten Weimarer Trüffel des 21. Jahrhunderts.

Unsere erste Trüffelsuche in Weimar – Schloss Belvedere und Russischer Friedhof

Für unsere ersten Untersuchungen im Jahr 2021 wählten wir zunächst Orte aus, die aufgrund von Standort, Vegetation und historischen Zusammenhängen interessant erschienen.

Eines der Ziele war Schloss Belvedere mit seinen ausgedehnten Grün- und Parkanlagen. Doch wie bei späteren Erkundungen zeigte sich schnell: Wer die ökologischen Zusammenhänge kennt, muss sich bei der Trüffelsuche nicht auf vorher festgelegte Ziele beschränken.

Auch der Russische Friedhof im Randbereich wurde kontrolliert – mit unmittelbarem Erfolg.

Solche Funde zeigen zugleich, weshalb Friedhöfe, historische Parks und alte Alleen für die Erforschung hypogäischer Pilze interessant sind. Alte Bäume und Sträucher leben seit Jahrzehnten mit zahlreichen Mykorrhizapilzen zusammen. Unter der Erdoberfläche befindet sich eine Artenvielfalt, von der Besucher normalerweise nichts wahrnehmen.

Trüffeln hinter dem Hotel Elephant – bevor die Kamera überhaupt lief

Eine besonders schöne Geschichte ergab sich bei Dreharbeiten mit dem MDR für „Außenseiter Spitzenreiter“.

Treffpunkt war das traditionsreiche Hotel Elephant. Der eigentliche Trüffelnachweis sollte anschließend im Weimarer Hallenpark vor laufender Kamera erfolgen.

Doch die Trüffeln hielten sich nicht an den Drehplan.

Während hinter dem Hotel zunächst der Ablauf mit dem Fernsehteam besprochen wurde, entdeckten wir auf einem Grünstreifen bereits die ersten Trüffeln. Das Kamerateam war zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht aufnahmebereit.

Gefunden wurden zunächst zwei Wintertrüffeln (Tuber brumale), etwas weiter folgten drei Burgundertrüffeln (Tuber aestivum).

Mitten in Weimar – unmittelbar am vorgesehenen Treffpunkt.

Der Hallenpark – zwölf Trüffelstellen mitten in Weimar

Am Parkplatz der Stadtverwaltung setzte sich die Geschichte fort.

Kaum waren die beiden Lagotto Romagnolo Jette und Alba ausgestiegen, zeigten sie bereits Trüffeln an. Weil das Kamerateam wiederum noch nicht bereit war, mussten die Hunde zunächst zurückgenommen werden.

Anschließend ging es in den von uns als Untersuchungsgebiet vorgeschlagenen Weimarer Hallenpark.

Dort konnten wir an insgesamt zwölf verschiedenen Stellen die gesuchte Trüffelart nachweisen.

Das Beispiel zeigt eindrucksvoll, dass natürliche Trüffelvorkommen keineswegs auf abgelegene Wälder beschränkt sind. Geeignete Baumpartner und ihre Pilze finden sich auch mitten im urbanen Raum.

Eine Stadt besitzt auch eine unsichtbare Pilzlandschaft

Parkbäume werden gewöhnlich nach Baumart, Alter, Größe und Gestaltung betrachtet. Unterirdisch existiert jedoch eine zweite, weitgehend unsichtbare Lebensgemeinschaft.

Die Feinwurzeln ektomykorrhizafähiger Gehölze stehen mit einer Vielzahl von Pilzarten in Verbindung. Trüffeln sind lediglich ein kleiner, besonders faszinierender Teil dieser unterirdischen Vielfalt.

Vier Schülerinnen wollten es genauer wissen


Bei den Dreharbeiten waren auch drei junge Frauen eines Weimarer Gymnasiums dabei.

Sie hatten sich für ihre Abschlussarbeit ausgerechnet „Trüffel in Thüringen“ als Thema ausgesucht. Die Idee stieß zunächst auf Skepsis. Ihnen wurde sogar empfohlen, lieber ein anderes Thema zu wählen.

Die Schülerinnen blieben dabei – und wir sagten ihnen unsere Unterstützung zu.

So konnten sie die Trüffelsuche beim Fernsehdreh unmittelbar miterleben, die Funde fotografisch dokumentieren und Fragen stellen. Jede erhielt anschließend sogar eine Trüffel, um den Fund zu Hause und in der Schule zeigen zu können.

Nachwuchsförderung beginnt mit Neugier

Solche jungen Menschen möchten wir ausdrücklich ermutigen.

Wer sich im Rahmen einer Fach-, Seminar- oder Abschlussarbeit mit


Trüffeln, Mykorrhiza, Pilzökologie oder Trüffelanbau


beschäftigen möchte, kann aus einem erstaunlich breiten Spektrum wissenschaftlicher Fragestellungen wählen.

Wir haben Schüler und Nachwuchskräfte bereits in verschiedenen Regionen unterstützt und möchten dies fortsetzen.



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Goethe mochte Trüffeln – Weimar besitzt auch kulinarische Trüffelgeschichte

Trüffeln passen erstaunlich gut zur Kulturgeschichte Weimars.

Goethe war bekanntlich kein Kostverächter. Eine historische Darstellung seiner Essgewohnheiten nennt unter den aufgetragenen Speisen ausdrücklich getrüffelte Gänseleberpastete.


Damit lässt sich eine wunderbare Brücke zur Gegenwart schlagen:

Was Goethe als Delikatesse schätzte, könnte heute mit regional angebauten Thüringer Trüffeln neu interpretiert werden.

Von Goethes Trüffelgericht zur „Weimarer Trüffel“

Weimar empfängt jährlich zahlreiche Gäste, die wegen Goethe, Schiller, Bauhaus und der reichen Kulturgeschichte in die Stadt kommen.

Warum sollte sich diese regionale Identität nicht auch stärker auf dem Teller widerspiegeln?

Erste junge Trüffelplantagen und Trüffelgärten sind bereits angelegt. Weitere können folgen. Mit zunehmender regionaler Produktion eröffnet sich für Restaurants, Hotels, Fleischereien und andere Lebensmittelhandwerker die Möglichkeit, eine „Weimarer Trüffel“ als regionale Spezialität aufzubauen.

Denkbar wären einfache Gerichte, bei denen die Trüffel tatsächlich im Mittelpunkt steht, ebenso wie eine moderne Interpretation einer Weimarer Trüffelwurst.

Letztere wäre keine historisch belegte Spezialität Weimars, sondern eine neue Produktidee – allerdings mit einer durchaus passenden kulturhistorischen Geschichte im Hintergrund.

Gute Trüffeln allein machen noch keinen guten Trüffelkoch


Die Qualität eines Trüffelgerichtes beginnt mit Warenkenntnis.

Reifegrad, Frische, Trüffelart, Lagerung, Temperatur, Fett als Aromaträger und die Kombination mit anderen Zutaten beeinflussen das Ergebnis. Eine Trüffel lediglich über ein fertiges Gericht zu hobeln, garantiert noch kein überzeugendes Geschmackserlebnis.

Ebenso wenig sollte künstliches Trüffelaroma darüber hinwegtäuschen, wenn die verwendeten Trüffeln selbst kaum Aroma besitzen.

Trüffelküche muss man lernen

Hier sehen wir erheblichen Ausbildungsbedarf.

Köche sollten lernen, reife Trüffeln sensorisch zu beurteilen und ihr natürliches Aroma gezielt in ein Gericht einzubauen. Gerade hochwertige regionale Burgundertrüffeln verdienen eine Zubereitung, bei der ihr Eigengeschmack nicht durch unnötige Zutaten oder künstliche Aromen überlagert wird.

Für eine Kultur- und Tourismusstadt wie Weimar könnte daraus ein interessantes gastronomisches Profil entstehen: nicht möglichst viel Trüffel auf dem Teller – sondern wenige, ausgezeichnete regionale Trüffel richtig eingesetzt.

Vom Trüffelbäumchen bis zum Weimarer Trüffelgericht

Trüffelbäumchen für Weimar und das Weimarer Land

Wer eine eigene Trüffelkultur anlegen möchte, sollte zunächst prüfen, ob der konkrete Standort dafür geeignet ist.

Erst danach werden Trüffelart, Baumpartner und Pflanzsystem ausgewählt. Entscheidend ist nicht allein der sichtbare Jungbaum, sondern vor allem die gewünschte Ektomykorrhiza an seinen Feinwurzeln.


Das gilt für eine größere Trüffelplantage in Weimar ebenso wie für einen privaten Trüffelgarten mit wenigen Bäumen.




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Trüffelanbau nach dem Thüringer Modell®

Beim Thüringer Modell® steht nicht die Produktion möglichst großer Bäume im Mittelpunkt. Das Ziel ist die Etablierung und Entwicklung einer produktiven Trüffelkultur mit notwendigen Baumpartnern.

Standortvorbereitung, Mykorrhiza, Pflanzung, Wasser, Boden- und Vegetationsmanagement, Kontrollen, Hundetraining und spätere Ernte werden deshalb als zusammenhängendes biologisches System betrachtet.

Die ersten Anlagen in und um Weimar können künftig dazu beitragen, aus einer Stadt mit natürlichen Trüffelvorkommen auch eine Region mit eigener Trüffelproduktion zu machen.
Überblick zum Trüffelanbau verschaffen

Frische Burgundertrüffeln in Weimar kaufen

Bis die jungen Weimarer Trüffelkulturen eigene Erträge liefern, müssen Genießer nicht auf regionale Trüffeln verzichten.

Während der Saison bieten wir frische, reife Burgundertrüffeln aus Thüringer Anbau für Privatkunden, Restaurants, Hotels und Lebensmittelhandwerker an.

Gerade Weimar bietet sich dafür an, Thüringer Trüffeln mit regionaler Küche und Kulturgeschichte zu verbinden. Vom einfachen Eier- oder Kartoffelgericht bis zur fein abgestimmten Trüffelpasta gilt: Entscheidend sind Reife, Frische, Qualität und die richtige Zubereitung.

Frische Burgundertrüffeln aus Thüringen kaufen

Weimar könnte Trüffelstadt werden


Weimar besitzt Kulturgeschichte, internationale Besucher, Gastronomie, natürliche Trüffelvorkommen und erste angelegte Trüffelkulturen.

Warum daraus nicht ein eigenes regionales Profil entwickeln?

Trüffelstadt Weimar müsste dabei weit mehr bedeuten als Trüffelgerichte auf Speisekarten. Denkbar wäre eine Verbindung aus regionalem Trüffelanbau, Gastronomie, Trüffelprodukten, Weiterbildung, Nachwuchsförderung und touristischen Angeboten.

Goethe und Schiller bringen die Gäste nach Weimar.

Eine ausgezeichnet zubereitete Weimarer Trüffel könnte dafür sorgen, dass sie zusätzlich eine kulinarische Geschichte mit nach Hause nehmen.

Häufige Fragen zu Trüffeln und Trüffelanbau in Weimar

  • Wachsen in Weimar tatsächlich Trüffeln?

    Ja. Bei unseren stichprobenartigen Untersuchungen wurden an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet Trüffeln nachgewiesen – unter anderem in Parks und anderen städtischen Grünbereichen.

  • Welche Trüffelarten wurden mitten in Weimar gefunden?

    Bei den beschriebenen Untersuchungen wurden unter anderem Burgundertrüffeln (Tuber aestivum/uncinatum) und Wintertrüffeln (Tuber brumale) nachgewiesen.

  • Gibt es im Weimarer Hallenpark Trüffeln?

    Bei einer Begehung mit den Trüffelhunden Jette und Alba konnten wir im Hallenpark an zwölf verschiedenen Stellen die gesuchte Trüffelart nachweisen.

  • Können Trüffeln auch auf Friedhöfen und in Parks wachsen?

    Ja. Entscheidend sind unter anderem geeignete Ektomykorrhizapartner und die jeweiligen Boden- und Standortbedingungen. Alte Parks, Alleen und Friedhöfe können deshalb interessante Lebensräume für unterschiedliche Hypogäen sein.

  • Hat Goethe tatsächlich Trüffeln gegessen?

    Historische Darstellungen seiner Essgewohnheiten nennen ausdrücklich getrüffelte Gänseleberpastete unter den Speisen. Trüffeln gehörten damit zu den Delikatessen, die Goethe kannte und schätzte.

  • Könnte Weimar eine eigene regionale Trüffelspezialität entwickeln?

    Ja. Mit ersten Trüffelkulturen, einer starken Gastronomie und der besonderen Kulturgeschichte besitzt Weimar interessante Voraussetzungen. Eine „Weimarer Trüffel“ könnte künftig regionale Landwirtschaft, Küche und Tourismus miteinander verbinden.

  • Warum schmecken manche Gerichte mit teuren Trüffeln trotzdem kaum nach Trüffel?

    Preis allein garantiert kein Aroma. Trüffelart, Reife, Frische, Lagerung und Zubereitung sind entscheidend. Auch die verwendeten Zutaten und die Art, wie das Aroma in das Gericht eingebunden wird, beeinflussen das Geschmackserlebnis erheblich.

  • Kann man in Weimar selbst Burgundertrüffeln anbauen?

    Grundsätzlich können geeignete Grundstücke für Trüffelanbau oder einen kleineren Trüffelgarten infrage kommen. Vor der Pflanzung sollte jedoch der konkrete Standort fachlich untersucht werden.

  • Wo bekommt man Trüffelbäumchen für Weimar?

    Für eine geplante Trüffelkultur sollten mykorrhizierte Trüffelbäumchen passend zum untersuchten Standort ausgewählt werden. Nicht allein Baumart und Größe, sondern insbesondere Mykorrhiza und spätere Kulturführung sind entscheidend.

  • Wo kann man frische Burgundertrüffeln in Weimar kaufen?

    Während der Saison können frische Burgundertrüffeln aus Thüringer Anbau bezogen werden. Sie eignen sich für Privatkunden ebenso wie für Restaurants, Hotels und Lebensmittelhandwerker.

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