Trüffelanbau im Landkreis Börde – erste Plantage trägt im fünften Jahr





Edelpilz statt Reinkultur: Im Landkreis Börde wachsen jetzt Burgundertrüffeln

Der Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt gehört zu den großen Agrarräumen Mitteldeutschlands. Rund 151.000 Hektar werden von 564 landwirtschaftlichen Betrieben bewirtschaftet. Besonders im Süden prägen ausgedehnte, ertragreiche Ackerflächen die Landschaft, während der Norden mit seinen Heide- und Waldgebieten ein deutlich anderes Gesicht zeigt.



In dieser traditionellen Agrarregion etabliert sich inzwischen eine für viele noch ungewöhnliche Kultur: die Burgundertrüffel (Tuber aestivum).

Mehrere Trüffelplantagen und kleinere Trüffelgärten wurden von uns bereits angelegt, teilweise nach gezielter Anpassung der Bodenverhältnisse. Jetzt liegt ein besonders wichtiges Ergebnis vor:

Die älteste dieser Trüffelkulturen wurde vor wenigen Wochen planmäßig im fünften Standjahr produktiv.



Damit ist aus Planung, Bodenbearbeitung und Kulturführung erstmals eine produzierende Trüffelkultur geworden.

151.000 Hektar Landwirtschaft – die Börde als Agrarregion

Mit einer Gesamtfläche von rund 236.715 Hektar und etwa 167.000 Einwohnern ist der Landkreis Börde dünn besiedelt und stark landwirtschaftlich geprägt. Rund 151.000 Hektar werden landwirtschaftlich bewirtschaftet, während etwa 47.500 Hektar Wald sind.

Dabei bestehen innerhalb des Landkreises deutliche Unterschiede. Im Süden dominieren großflächige und intensiv genutzte Agrarlandschaften. Nach Norden nehmen Wald- und Heidegebiete zu.

Gerade in einer Region, in der Landwirtschaft eine so große wirtschaftliche Bedeutung besitzt, lohnt sich die Beschäftigung mit neuen hochwertigen Kulturen.

Trüffelanbau ersetzt den klassischen Ackerbau nicht – er kann ihn auf geeigneten Flächen ergänzen.

Vom Acker zur Trüffelkultur – Landwirtschaft einmal anders gedacht


Weizen, Raps oder andere Ackerkulturen werden ausgesät, gepflegt und nach einer Vegetationsperiode geerntet. Danach beginnt der Produktionszyklus erneut.

Eine Trüffelkultur funktioniert grundlegend anders.

Sie wird für viele Jahre etabliert. Zwar werden dafür Bäume und Sträucher gepflanzt, doch das angestrebte landwirtschaftliche Erzeugnis ist nicht das Holz und auch nicht der Baum.

Produziert werden sollen Trüffeln.

Der Baum oder Strauch ist der notwendige Symbiosepartner des Trüffelpilzes. An seinen Feinwurzeln entsteht die Ektomykorrhiza. Von dort entwickelt sich das Pilzmycel im Boden.

Trüffelanbau ist Pilzwirtschaft


Genau deshalb sollte eine Trüffelplantage nicht allein mit den Augen eines Pflanzenbauers betrachtet werden.

Im Mittelpunkt stehen Trüffelpilz, Mykorrhiza und Mycel sowie deren Wechselwirkungen mit Boden, Wasser, Baumpartnern, Begleitpilzen und Mikroorganismen.

Das Ziel lautet daher nicht einfach „Trüffelbäume pflanzen“, sondern:

eine dauerhaft produktive Trüffelkultur etablieren.


Der entscheidende Schritt – erste Trüffeln im fünften Standjahr


Eine junge Trüffelplantage braucht Geduld. Über Jahre spielt sich der entscheidende Teil der Entwicklung weitgehend unsichtbar im Boden ab.

Bei der ältesten von uns im Landkreis Börde angelegten Kultur ist dieser Übergang nun gelungen:

Im fünften Standjahr konnten vor wenigen Wochen die ersten Trüffeln festgestellt werden.

Damit beginnt eine neue Phase. Denn der erste Fruchtkörper ist nicht das Endziel einer professionellen Trüffelkultur.

Jetzt geht es darum, die weitere Entwicklung zu beobachten und die Kulturführung so auszurichten, dass aus den ersten Trüffeln nach Möglichkeit eine zunehmende und langfristig stabile Produktion entsteht.

Nicht der erste Fund, sondern die weitere Entwicklung zählt


Gerade jetzt werden Beobachtungen zu Wasserhaushalt, Boden, Vegetation, Mykorrhiza, Konkurrenzpilzen und Fruchtkörperbildung besonders interessant.

Eine produktiv gewordene Anlage wird damit zugleich zu einem wertvollen Lern- und Forschungsstandort für den Trüffelanbau in Sachsen-Anhalt.



Bodenanpassung – Trüffelanbau beginnt unter der Erde


Nicht jede landwirtschaftliche Fläche besitzt von Natur aus genau die Eigenschaften, die wir für eine produktive Burgundertrüffelkultur anstreben.

Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass sie für den Anbau ausscheidet.

Bei einigen unserer Trüffelplantagen und Trüffelgärten im Landkreis Börde wurden die Bodenverhältnisse vor der Anlage gezielt angepasst.

Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, einfach Kalk auf einen Acker zu streuen.

Boden entwickeln statt nur pH-Wert verändern


Für die Beurteilung betrachten wir das Bodensystem wesentlich umfassender: Bodenart und -struktur, pH-Wert, freien Kalk, Wasserhaltevermögen, Durchlüftung, Durchwurzelbarkeit und weitere Standortparameter.

Erst danach lässt sich beurteilen, welche Maßnahmen für die vorgesehene Trüffelkultur tatsächlich sinnvoll sind.

Die produktiv gewordene Anlage zeigt inzwischen ganz praktisch, warum sich diese Vorarbeit lohnt.



Erst die Fläche prüfen – dann Trüffelbäume kaufen


Gerade in einer traditionsreichen Ackerbauregion liegt ein Missverständnis nahe: Ein sehr ertragreicher Acker müsse automatisch auch ein besonders guter Trüffelstandort sein.

So einfach ist es nicht.

Die Anforderungen eines unterirdisch lebenden Ektomykorrhizapilzes sind andere als die von Weizen oder Zuckerrüben.

Deshalb beginnt ein professionelles Projekt nicht mit der Bestellung von Trüffelbäumen, sondern mit der Standortprüfung.

Die richtige Reihenfolge entscheidet


Fläche untersuchen → Boden bewerten → Anbaukonzept entwickeln → gegebenenfalls Boden anpassen → geeignete Trüffelbäumchen auswählen → Trüffelkultur etablieren → langfristig betreuen

Erst wenn wir wissen, welche Bedingungen eine Fläche bietet, können Pflanzen, Pflanzabstände, Bewässerung und Kulturführung sinnvoll darauf abgestimmt werden.



Natürliche Burgundertrüffeln in der Börde – noch eine offene Forschungsfrage


Während wir in anderen Regionen Sachsen-Anhalts bereits zahlreiche natürliche Trüffelvorkommen untersucht haben, haben wir im Landkreis Börde bislang keine systematische Suche nach natürlichen Vorkommen der Burgundertrüffel durchgeführt.

Das heißt ausdrücklich nicht, dass es dort keine gibt.

Es bedeutet zunächst nur:

Wir haben noch nicht gezielt danach gesucht.

Das macht den Landkreis auch für die zukünftige Bürgerforschung interessant.

Neue Vorkommen entdecken statt bekannte Fundstellen aufsuchen

Angehende Bürgerforscher lernen bei uns, potenzielle Untersuchungsgebiete selbstständig auszuwählen. Geologische und topografische Karten, Bodenverhältnisse, Vegetation, Ektomykorrhizapartner und geeignete Pilzvorkommen liefern dafür Hinweise.

Erst danach werden neu ausgewählte Bereiche mit einem ausgebildeten Trüffelhund kontrolliert.

So entstehen neue Erkenntnisse über die Verbreitung hypogäischer Pilze, statt bereits bekannte Fundstellen immer wieder aufzusuchen.

Bürgerforscher: Trüffeluche mit Hund

564 Landwirtschaftsbetriebe – für wen könnte Trüffelanbau interessant sein?

Nicht jeder landwirtschaftliche Betrieb braucht eine Trüffelplantage – und nicht jede Fläche eignet sich dafür.

Doch bei 564 landwirtschaftlichen Betrieben und rund 151.000 Hektar bewirtschafteter Fläche lohnt sich die Frage, ob sich darunter geeignete Teilflächen für eine zusätzliche Spezialkultur befinden.

Interessant kann Trüffelanbau beispielsweise für Betriebe sein, die ihre Wertschöpfung auf einer überschaubaren Fläche erhöhen, ihr Angebot diversifizieren oder langfristig ein regional vermarktbares Spezialprodukt aufbauen möchten.

Dabei gilt unser Grundsatz:

Nicht möglichst viel Fläche bepflanzen, sondern geeignete Flächen so entwickeln und bewirtschaften, dass eine hohe und langfristig stabile Trüffelproduktion möglich wird.

Our team

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Vom Trüffelgarten bis zur landwirtschaftlichen Plantage

Nicht jeder Interessent benötigt mehrere Hektar.

Die bereits im Landkreis Börde entstandenen Projekte zeigen, dass unterschiedliche Größenordnungen möglich sind. Neben landwirtschaftlichen Plantagen wurden auch kleinere Trüffelgärten angelegt.

Für einen privaten Eigentümer kann ein Trüffelgarten interessant sein. Für einen landwirtschaftlichen Betrieb steht dagegen stärker die planbare Produktion und spätere Vermarktung im Vordergrund.

Die biologische Grundlage bleibt dieselbe:

Der Trüffelpilz muss sich gemeinsam mit seinem Baumpartner als funktionierende Kultur im Boden etablieren.




Größe der Anlage planen

Trüffelbäumchen für die Börde – die Mykorrhiza macht den Unterschied

Für den Aufbau einer Trüffelkultur werden geeignete, mit dem gewünschten Trüffelpilz mykorrhizierte Bäume oder Sträucher benötigt.

Doch ein hochwertiges Trüffelbäumchen ist nur der Anfang.

Nach der Pflanzung muss sich die gewünschte Mykorrhiza behaupten und der Pilz den Boden erschließen. Gleichzeitig leben dort zahlreiche andere Pilze und Mikroorganismen.

Deshalb betrachten wir Pflanzenqualität und Standort niemals getrennt voneinander.

Ein guter Trüffelbaum gehört auf einen entsprechend vorbereiteten Standort.







Trüffelbäumchen auswählen

Das Thüringer Modell® – Erfahrungen für Trüffelkulturen in Sachsen-Anhalt nutzen

Erfolgreicher Trüffelanbau besteht nicht aus einer einzelnen Maßnahme.

Mit dem Thüringer Modell® betrachten wir Standortwahl, Boden, Pflanzmaterial, Mykorrhiza, Baumpartner, Pflanzabstände, Wasserversorgung, Vegetations- und Bodenmanagement, Kontrolle, Hundearbeit und spätere Ernte als zusammenhängendes Produktionssystem.

Die inzwischen im fünften Standjahr produktiv gewordene Anlage im Landkreis Börde ist deshalb besonders interessant:

Hier lässt sich beobachten, wie aus Planung und jahrelanger Kulturführung tatsächliche Trüffelproduktion entsteht.

Das gewonnene Wissen fließt wiederum in neue Anlagen ein.
Gemeinsam planen

Frische Burgundertrüffeln kaufen – vom Anbau bis auf den Teller

Eine Trüffelkultur schafft erst dann regionale Wertschöpfung, wenn aus dem unterirdischen Fruchtkörper ein hochwertiges Lebensmittel wird.

Burgundertrüffeln werden mit ausgebildeten Trüffelhunden gezielt gefunden, einzeln entnommen, kontrolliert und anschließend möglichst frisch vermarktet.

Dabei sind Qualität, Reife und sachgerechter Umgang entscheidend.

Mit den ersten produktiven Plantagen wächst die Perspektive, dass künftig auch aus Sachsen-Anhalt immer mehr regional erzeugte Burgundertrüffeln für Gastronomie, Direktvermarktung und private Genießer zur Verfügung stehen.



Trüffelprodukte kaufen

Eigene Trüffelplantage in der Börde – zuerst herausfinden, was die Fläche kann

Wer im Landkreis Börde über Trüffelanbau nachdenkt, sollte deshalb nicht mit der Frage beginnen, wie viele Bäume auf einen Hektar passen.

Viel wichtiger ist:

Was bietet meine Fläche – und was benötigt der Trüffelpilz?

Eine fachgerechte Standort- und Bodenuntersuchung schafft dafür die Grundlage. Danach lässt sich beurteilen, ob eine Fläche direkt geeignet erscheint, ob gezielte Bodenanpassungen erforderlich sind oder ob von einer Anlage besser abgesehen werden sollte.

Erst dann folgen Planung, Vorbereitung und Aufbau der Trüffelkultur.

Dass sich dieser Weg lohnen kann, zeigt inzwischen ein konkretes Beispiel aus dem Landkreis selbst:

Die älteste von uns angelegte Trüffelkultur hat im fünften Standjahr mit der Produktion begonnen.

FAQ – Trüffelanbau und Trüffeln im Landkreis Börde

  • Kann man im Landkreis Börde Burgundertrüffeln anbauen?

    Ja. Im Landkreis wurden von uns bereits mehrere Trüffelplantagen und Trüffelgärten angelegt. Bei der ältesten Anlage konnten vor wenigen Wochen im fünften Standjahr die ersten Trüffeln festgestellt werden.

  • Gibt es natürliche Burgundertrüffeln in der Börde?

    Das können wir derzeit nicht abschließend beantworten. Wir haben im Landkreis bislang keine gezielten Untersuchungen zur natürlichen Verbreitung der Burgundertrüffel durchgeführt. Das Fehlen eigener Nachweise ist daher kein Nachweis dafür, dass die Art dort nicht vorkommt.

  • Sind die ertragreichen Böden der Magdeburger Börde automatisch für Trüffelanbau geeignet?

    Nein. Die hohe Eignung eines Bodens für klassische Ackerkulturen sagt nicht automatisch etwas über seine Eignung für Burgundertrüffeln aus. Für eine Trüffelkultur müssen die biologischen und bodenkundlichen Anforderungen des Pilzes gesondert untersucht werden.

  • Kann ein Boden für den Trüffelanbau angepasst werden?

    Je nach Ausgangssituation können gezielte Bodenmaßnahmen sinnvoll sein. Bei einigen unserer Anlagen im Landkreis Börde wurden vor der Pflanzung entsprechende Anpassungen vorgenommen. Welche Maßnahmen erforderlich sind, muss für die jeweilige Fläche untersucht werden.

  • Reicht es aus, den pH-Wert durch Kalken zu erhöhen?

    Nein. Professionelle Bodenvorbereitung ist wesentlich komplexer. Neben pH-Wert und freiem Kalk spielen unter anderem Bodenstruktur, Wasserhaushalt, Durchlüftung und Durchwurzelbarkeit eine Rolle.

  • Wann kann eine Trüffelplantage erstmals produzieren?

    Das hängt von Standort, Pflanzmaterial, Kulturführung und zahlreichen biologischen Faktoren ab. Unsere älteste Anlage im Landkreis Börde hat im fünften Standjahr mit der Produktion begonnen. Daraus lässt sich jedoch keine Garantie für jede andere Anlage ableiten.

  • Muss eine Trüffelplantage mehrere Hektar groß sein?

    Nein. Möglich sind sowohl kleinere Trüffelgärten als auch größere landwirtschaftliche Kulturen. Entscheidend sind Zielsetzung, Standort, Bewirtschaftung und spätere Vermarktung.

  • Welche Trüffelbäume eignen sich für die Börde?

    Die Wahl der Baum- oder Strauchart sollte auf das jeweilige Anbaukonzept und den Standort abgestimmt werden. Entscheidend ist außerdem eine hochwertige Mykorrhizierung mit dem gewünschten Trüffelpilz.

  • Warum benötigt man einen Trüffelhund?

    Trüffeln bilden ihre Fruchtkörper unterirdisch. Ein ausgebildeter Trüffelhund kann sie punktgenau lokalisieren und ermöglicht dadurch eine gezielte, bodenschonende Ernte.

  • Wie beginne ich eine Trüffelplantage im Landkreis Börde?

    Nicht mit dem Baumkauf, sondern mit der Untersuchung der vorgesehenen Fläche. Aus Standortprüfung und Bodenanalyse entsteht das Anbaukonzept. Darauf bauen Bodenvorbereitung, Pflanzenauswahl, Bewässerung und langfristige Kulturführung auf.

Sie haben noch weitere oder andere Fragen zum Trüffelanbau?

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